Hauptinhalt

Unfallbegriff > Drogen, Alkohol, Medikamente

Rechtsprechung in chronologischer Reihenfolge

Extensiver Konsum von Alkohol, Medikamenten und Drogen

Urteil 8C_494/2013 vom 22.04.2014 (Volltext): Fehlende Plötzlichkeit

 

5.4.3. Erstellt ist, dass die erlittene Mischintoxikation mit Multiorganversagen auf den Konsum von Alkohol, Medikamenten und Drogen zurückzuführen ist. Was zwischen dem Konsum von Bier mit einem Kollegen in A. und der in C. eingetretenen Mischintoxikation passiert ist, was der Versicherte im Einzelnen konsumiert und wie er sich die verschiedenen Substanzen zugeführt hat, ist ungewiss und kann nicht mehr genauer geklärt werden, weshalb die Leistungsansprecher die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen haben.

 

5.4.4. Zudem ist aufgrund des Umstandes, dass der Versicherte verschiedene Substanzen in Form von Alkohol, Medikamenten und Drogen konsumiert hat, davon auszugehen, dass es sich um mehrmaliges Zuführen gehandelt hat und dass sich die Mischintoxikation über einen gewissen Zeitraum aufgebaut hat, weshalb nicht von einer einmaligen schädigenden und damit plötzlichen Einwirkung im Sinne des Unfallbegriffs gesprochen werden kann.

Mischvergiftung / Überdosis von Kokain und Heroin

Urteil U 175/06 vom 16.08.2006 E. 3.2 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Sachverhalt: Zentrale Atemlähmung bei einer Mischvergiftung mit Kokain (sehr hohe Konzentration) und Heroin (sehr niedrige Konzentration)

 

Insgesamt ist davon auszugehen, dass der regelmässige, exzessive Konsum von Suchtmitteln für den Versicherten nichts Ungewöhnliches darstellte; auch waren ihm die Risiken seines Handelns bekannt, insbesondere nach der von seinem  Bruder erwähnten Hospitalisation, welche offenbar auch Folge eines so genannten Mischkonsums von Kokain und Heroin gewesen war. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringen lässt, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Unfallversicherungsrechtlich ist insbesondere nicht massgebend, dass der Versicherte anscheinend sozial weitestgehend integriert war, er einer geregelten Arbeit nachging, sich die Drogen jeweils durch eine Drittperson intravenös verabreichen liess und der Suchtmittelmissbrauch für Aussenstehende nicht offen zu Tage trat.

Regelmässiges Spritzen von Heroin

RKUV 1990 Nr. U 107 S. 281 f. E. 2a: Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Kein ungewöhnlicher Faktor ist das Spritzen von Heroin unter die Zunge durch einen Versicherten der solche Injektionen seit rund einem halben Jahr in grösseren Abständen wiederholt vorgenommen hat.