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Unfallbegriff > Reiten / Gangwechsel

Urteil U 296/05 vom 14.02.2006 (Volltext)

 

Sachverhalt: Ein Pferd stolpert beim Gangwechsel vom Galopp in den Schritt. Die Reiterin erleidet dabei ein Schleudertrauma. In der Unfallanzeige beschreibt die Reiterin den Vorfall als einfaches Stolpern, später beschreibt sie den Vorfall als Einknicken, nicht aber als Einbrechen.

 

Resultat: Der Unfallbegriff ist nicht erfüllt.

 

Sie kann damit den Beweis eines Unfalls nicht erbringen. Da es häufig vorkomme, dass Pferde stolpern, handle es sich um einen gewöhnlichen Vorgang, mit dem die Reiterin habe rechnen müssen.

 

Mit einem Einknicken, auch als Einbrechen bezeichnet, des Pferdes hingegen müsse nicht gerechnet werden, wenn es sich um ein trittsicheres Pferd handle, da dies seltener vorkomme. Nur in diesem Falle, nicht aber beim blossen Stolpern, werde der übliche Bewegungsablauf durch eine Programmwidrigkeit gestört, womit das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors und damit der Unfall zu bejahen wäre.