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Hilflosenentschädigung > Ansätze der Hilflosenentschädigung

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Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH)

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Höhe

Art. 42ter IVG (KSIH Rz. 8003 ff.)

 

1 Massgebend für die Höhe der Hilflosenentschädigung ist das Ausmass der persönlichen Hilflosigkeit. Die Hilflosenentschädigung wird personenbezogen ausgerichtet und soll die Wahlfreiheit in den zentralen Lebensbereichen erleichtern. Die monatliche Entschädigung beträgt

  • bei schwerer Hilflosigkeit 80 Prozent,
  • bei mittelschwerer Hilflosigkeit 50 Prozent
  • und bei leichter Hilflosigkeit 20 Prozent

des Höchstbetrages der Altersrente nach Artikel 34 Absätze 3 und 5 AHVG. Die Entschädigung für minderjährige Versicherte berechnet sich pro Tag.

 

2 Die Höhe der Hilflosenentschädigung für Versicherte, die sich in einem Heim aufhalten, entspricht einem Viertel der Ansätze nach Absatz 1. Vorbehalten bleiben die Artikel 42 Absatz 5 und 42bis Absatz 4.

 

3 Die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, wird um einen Intensivpflegezuschlag erhöht; dieser Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem Heim. Der monatliche Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 100 Prozent, bei einem solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag 70 Prozent und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden pro Tag 40 Prozent des Höchstbetrages der Altersrente nach Artikel 34 Absätze 3 und 5 AHVG. Der Zuschlag berechnet sich pro Tag. Der Bundesrat regelt im Übrigen die Einzelheiten.

Ansätze

KSIH (Art. 42ter IVG)

 

8003: Es bestehen zwei Ansätze der Hilflosenentschädigung, der volle und der viertel Ansatz. Die Wahl des Ansatzes ist abhängig von der Wohnform bzw. vom Aufenthaltsort der versicherten Person. Der volle Ansatz der Hilflosenentschädigung (80/50/20 Prozent der maximalen Altersrente) kommt zur Anwendung, wenn die versicherte Person ausserhalb eines Heimes wohnt. Bei Heimaufenthalt, welcher nicht der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen dient, besteht nur Anspruch auf einem Viertel des Ansatzes der Hilflosenentschädigung.

 

8003.1 (1/18): Als Versicherte, die sich in einem Heim aufhalten gelten Personen, welche dort mehr als fünfzehn Nächte, also 16 Nächte und mehr in einem Kalendermonat verbringen. Versicherte, welche bis zu 15 Nächte pro Kalendermonat im Heim verbringen, haben hingegen Anspruch auf den vollen Ansatz der Hilflosenentschädigung (BGE 132 V 321). Ändert sich der für den Ansatz der Hilflosenentschädigung massgebende Aufenthaltsort, so wird der neue Ansatz ab dem Folgemonat berücksichtigt (Art. 82 Abs. 2 IVV). Die Revisionsbestimmungen (Art. 88bis IVV) sind nicht anwendbar. Erlöscht sich den Anspruch mit dem Aufenthaltsortwechsel, sind die entsprechende Regelungen anzuwenden (vgl. Rz 8112.1 und 8112.2 für die lebenspraktische Begleitung und 8123.2 und 8124.2 bei AHV)

 

Beispiel (ab 2019) : Eine versicherte Person bezieht eine mittlere Hilflosenentschädigung (1’185 Franken pro Monat). Sie tritt am 5. Februar in ein Heim ein. Ab März wird sie nur noch 296 Franken pro Monat erhalten. Tritt sie aber am 25. Februar ins Heim ein, wird sie im Monat Februar noch als zu Hause wohnend betrachtet und sie wird im Februar und März weiterhin 1’185 Franken erhalten. Die Hilflosenentschädigung wird erst ab April auf 296 Franken reduziert.

 

Ansätze der Hilflosenentschädigung für Volljährige:

 

Schwere Hilflosigkeit

  • Im Heim: Ab 2019: 474.00 / ab 2015: Fr. 470.00 pro Monat 
  • Zu Hause: Ab 2019: Fr. 1'896.00 / ab 2015: Fr. 1'880.00 pro Monat

Mittelschwere Hilflosigkeit

  • Im Heim: Ab 2019: Fr. 296.00 / ab 2015: Fr. 294.00 pro Monat 
  • Zu Hause: Ab 2019: Fr. 1'185.00 / ab 2105: Fr. 1'175.00 pro Monat

Leichte Hilflosigkeit

  • Im Heim: Ab 2019: Fr. 119.00 / ab 2015: Fr. 118.00 pro Monat 
  • Zu Hause: Ab. 2019: Fr. 474.00 / ab 2015: Fr. 470.00 pro Monat

8004 (1/18): Bei Minderjährigen werden die Hilflosenentschädigung und ein allfälliger Intensivpflegezuschlag (Rz 8070 ff.) pro Tag am welchem die Minderjährigen zu Hause übernachten ausgerichtet.