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Beginn der Versicherung

Beginn der Versicherung

Art. 3 Abs. 1 UVG

 

Die Versicherung beginnt an dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis anfängt oder erstmals Lohnanspruch besteht, in jedem Fall aber im Zeitpunkt, da der Arbeitnehmer sich auf den Weg zur Arbeit begibt.

 

Für arbeitslose Personen beginnt sie mit dem Tag, an dem erstmals die Anspruchsvoraussetzungen nach Artikel 8 AVIG erfüllt sind oder Entschädigungen nach Artikel 29 AVIG bezogen werden.

Arbeitnehmer/innen mit BU und NBU-Deckung

Beginn der Deckung ab Beginn des Arbeitsverhältnisses; ab Mitternacht.

 

Beispiel:

  • Beginn Arbeitsvertrag: Samstag, 1. September
  • Beginn der UVG-Deckung: Samstag, 1. September, 00.01 Uhr

Arbeitnehmer mit nur BU-Deckung

Beginn der Deckung am ersten Arbeitstag mit Antritt des Arbeitsweges ab Haustüre.

 

Beispiel:

  • Beginn Arbeitsvertrag: Samstag, 1. September
  • Beginn der UVG-Deckung: Montag, 3. September; Antritt des Arbeitsweges ab Haustüre

Arbeitslose Personen

Beginn der Deckung mit dem Tag, an welchem die Anspruchsvoraussetzungen (Art. 8 AVIG / Art. 29 AVIG) erfüllt sind; ab Mitternacht.

 

Beispiel:

  • Anspruchsvoraussetzungen erfüllt: Samstag, 1. September
  • Beginn der UVG-Deckung: Samstag, 1. September, 00.01 Uhr

Kurse und Vorbereitungstätigkeiten

UVG Ad-Hoc-Empfehlung 01/2017, Ziff. 2.2.1 (Volltext)

 

Vorbereitungsarbeiten oder Kurse vor dem eigentlichen Beginn des Arbeitsverhältnisses (Art. 3 Abs. 1 UVG) begründen eine Deckung nur ausnahmsweise und zwar nur dann, wenn

  • dafür Lohn ausgerichtet wird, oder
  • diese Tätigkeiten im betrieblichen Rahmen ausgeübt werden, oder
  • die Vorbereitungskurse oder Vorbereitungshandlungen explizit auf Anordnung und Interesse des Arbeitgebers erfolgen, oder
  • wenn die Vorbereitungskurse oder Vorbereitungshandlungen typischer Bestandteil der künftigen beruflichen Tätigkeit bilden (z.B. Vorbereitungszeit für Lehrer etc.).

Die Vorbereitungshandlungen oder -Kurse müssen:

  • ihrer Natur und Zweck nach hauptsächlich und spezifisch im Hinblick auf die Aufnahme der neuen beruflichen Tätigkeit erfolgen (keine allgemeinen Weiterbildungskurse),
  • einen inhaltlichen engen sachlichen Zusammenhang zur späteren Tätigkeit aufweisen, sowie
  • in zeitlicher oder organisatorischer Hinsicht eine gewisse Intensität und Dauer erreichen (keine blosse Gelegenheitshandlung).

Vorbereitungshandlungen im Hinblick auf die Aufnahme einer künftigen beruflichen Tätigkeit (z.B. Geschäftsgründung, Vertragsverhandlungen, Verhandlungen mit Partner und Banken, Raummiete und -Einrichtung etc.), welche von leitenden Personen und Organen einer künftigen Gesellschaft mit eigener Persönlichkeit (GmbH, AG etc.) vorgenommen werden, begründen keinen vorzeitigen Beginn der UVG-Deckung.

Bei Selbständigerwerbenden gilt der im Versicherungsvertrag (FUV) vereinbarte Beginn.

Doppeldeckung: Konkurrenz von Nachdeckung und neuer NBU-Deckung

BGE 127 V 458 vom 27.12.2001 (Volltext): UVG-Nachdeckung / UVG-Deckung neuer Arbeitgeber

 

Die UVG-Deckung des neuen Arbeitgebers ist für einen Leistungsfall zuständig; nicht die NBU-Nachdeckung des ehemaligen Arbeitgebers.

Gemäss Urteil U 286/02 vom 16.09.2003 vom 16.09.2003 gilt diese Koordinationsregel auch für eine Abredeversicherung. Sehen Sie auch Urteil U 84/03 vom 08.03.2004.

Profisportler in der Transferzeit

UVG Ad-Hoc-Empfehlung 01/2017, Ziff. 2.3.1.3 (Volltext) 

 

Wechseln Profisportler den Club (z.B. Fussballer der Super League), nehmen sie das Training beim neuen Club oft Wochen vor dem effektiven Vertragsbeginn auf, beziehen aber für diese Zeit noch den Lohn vom alten Club. Für Unfälle, welche im Training beim neuen Club, vor Ende des Arbeitsvertrages beim alten Club, entstehen, ist der Unfallversicherer des alten Clubs zuständig.