Hauptinhalt

Koordination UVG / IVG

Harmonisierung der Taggelder

Art. 16 Abs. 3 UVG

 

Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, wenn ein Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversicherung oder eine Mutterschaftsentschädigung nach dem Erwerbsersatzgesetz besteht.

Urteil 8C_72/2013 vom 28.03.2013 E. 3 (Volltext): Verzicht auf IV-Massnahme/-Taggelder

 

Ist eine Massnahme der IV zumutbar und hätte die Versicherte in dieser Zeit IV-Taggelder generieren können, verzichtet indessen auf die Integrationsmassnahme, bleiben ihr auch die UV-Taggelder verwehrt. 

Urteil U 133/05 vom 14.6.2006 (Volltext): Unterbrochene Wiedereingliederung

 

Ein Versicherter, der keinen Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversicherung hat, weil er aus eigener Initiative, ohne ein schutzwürdiges Interesse geltend zu machen, die Durchführung der Wiedereingliederungsmassnahme unterbrochen oder verzögert hat, hat auch keinen Anspruch auf ein Taggeld der Unfallversicherung.

Ausgzug des Kreisschreibes über die Taggelder der Invalidenversicherung (KSTI)

   

1068: Nach einem Unfall erhalten UV-Versicherte vom dritten Tag an das Taggeld der UV. Ein Anspruch auf IV-Taggelder entsteht vorbehältlich Rz 1046 (Wartezeit) im Zeitpunkt, ab dem die Eingliederungsmassnahmen von der IV übernommen werden. In diesem Zeitpunkt fällt das Taggeld der UV dahin (Art. 16 UVG). Dies gilt auch für eine allfällige Rente der UV (Art. 30 UVV) sowie für Übergangstaggelder oder Übergangsentschädigungen der UV (Art. 89 VUV). Siehe dazu auch Rz 1006, letzter Absatz.

Höhe der Taggelder

Art. 24 Abs. 4 IVG

 

Bestand bis zur Eingliederung Anspruch auf ein UVG-Taggeld, so entspricht das IV-Taggeld mindestens dem bisher bezogenen UVG-Taggeld.

Art. 21novies IVV (Erläuterungen)

 

Verliert eine versicherte Person infolge der Durchführung einer Massnahme das Taggeld eines anderen Versicherers, das auf einem vorangegangenen Erwerbseinkommen basiert, so entspricht das Taggeld, das die Versicherung nach Artikel 22 Absatz 5ter IVG zusätzlich zur Rente auszahlt, mindestens dem bisher bezogenen Taggeld.

Art. 22 Abs. 3bis UVV

 

Hatte eine versicherte Person bis zum Unfall Anspruch auf ein Taggeld nach dem IVG, so entspricht das Taggeld mindestens dem bisher bezogenen Gesamtbetrag des Taggeldes der IV, höchstens aber 80 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes nach Absatz 1.

Unfall während Eingliederungsmassnahmen: Leistungen IVG

Art. 20quater IVV (Erläuterungen): Unterbrüche von Eingliederungsmassnahmen

 

1 Müssen Versicherte eine Eingliederungsmassnahme wegen Krankheit, Unfall oder Mutterschaft unterbrechen, wird ihnen das Taggeld weitergewährt, wenn sie keinen Anspruch auf ein Taggeld einer anderen obligatorischen Sozialversicherung oder auf ein Taggeld einer freiwilligen Taggeldversicherung in mindestens der gleichen Höhe wie das Taggeld der Invalidenversicherung haben.

 

2 Ein Taggeld nach Absatz 1 wird weiter ausgerichtet:

 

a. im ersten Jahr der Eingliederungsmassnahmen: während längstens 30 Tagen;

 

b. im zweiten Jahr der Eingliederungsmassnahmen: während längstens 60 Tagen;

 

c. ab dem dritten Jahr der Eingliederungsmassnahmen: während längstens 90 Tagen.

 

3...

 

4 Der Anspruch auf das Taggeld entfällt, wenn feststeht, dass die Eingliederungsmassnahme nicht mehr weitergeführt wird.

 

5...

Koordination Taggeld UVG / Wartezeittaggeld der IVG

Art. 18 IVV

 

1 Die versicherte Person, die zu mindestens 50 Prozent arbeitsunfähig ist und auf den Beginn einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder einer Umschulung warten muss, hat während der Wartezeit Anspruch auf ein Taggeld.

 

2 Der Anspruch entsteht im Zeitpunkt, in welchem die IV-Stelle feststellt, dass eine erstmalige berufliche Ausbildung oder eine Umschulung angezeigt ist.

 

3 Rentenbezüger, die sich einer Eingliederungsmassnahme unterziehen, haben keinen Anspruch auf ein Taggeld für die Wartezeit.

 

4 Soweit Versicherte einen Anspruch auf ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung haben, besteht kein Anspruch auf das Taggeld der Invalidenversicherung.

Ausgzug des Kreisschreibes über die Taggelder der Invalidenversicherung (KSTI)

 

1043 1/12: Der Anspruch auf Wartezeittagelder besteht, wenn die vP zu mindestens 50% arbeitsunfähig ist und auf den Beginn einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder einer Umschulung warten muss. Ausgeschlossen sind Wartezeittagelder für Hilfsmittel, Kapitalhilfe, Arbeitsvermittlung, Arbeitsversuch, Berufsberatung, medizinische Massnahmen und Integrationsmassnahmen.

 

1046: Führt die UV während Zeiten, die den Eingliederungsmassnahmen der IV vorangehen, noch Heilbehandlungen im Sinne des UVG durch, so hat sie als akzessorische Leistung auch das Taggeld auszurichten. Für solche Zeiten besteht also kein Taggeldanspruch gestützt auf Artikel 18 IVV. Nach Abschluss der Heilbehandlungen der UV ist hingegen das von der UV allenfalls noch weitergewährte Taggeld (oder eine Rente der UV – s. Art. 30 UVV) durch das Taggeld der IV abzulösen, sobald die Anspruchsvoraussetzungen gemäss Artikel 18 IVV für dieses erfüllt sind (Art. 16 Abs. 3 UVG).

Meldeverfahren und Verrechnung

Der UVG-Versicherer hat die Einleitung des Meldeverfahrens mit dem offiziellen Formular bei der zuständigen IV-Stelle (Adressen) zu beantragen.  

 

Die Verrechnung mit zuständigen Ausgleichskasse (Adressen) erfolgt mit dem offiziellen Formular gemäss folgender Rechtsgrundlagen: ATSG > Überentschädigung

 

Weitere Infos