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Beiträge > Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit

Gesetzliche Bestimmungen inkl. AHV-Mitteilungen

Beiträge von Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit

Art. 8 AHVG (WBB / WSN)

 

1 Vom Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit wird ein Beitrag von 8,1 Prozent erhoben. Das Einkommen wird für die Berechnung des Beitrages auf die nächsten 100 Franken abgerundet. Beträgt es weniger als 57 400 Franken, aber mindestens 9 600 Franken im Jahr, so vermindert sich der Beitragssatz nach einer vom Bundesrat aufzustellenden sinkenden Skala bis auf 4,35 Prozent.

2 Beträgt das Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit 9 500 Franken oder weniger im Jahr, so hat der Versicherte den Mindestbeitrag von 413 Franken im Jahr zu entrichten, es sei denn, dieser Betrag sei bereits auf seinem massgebenden Lohn entrichtet worden. In diesem Fall kann er verlangen, dass der Beitrag für die selbstständige Erwerbstätigkeit zum untersten Satz der sinkenden Skala erhoben wird.

Begriff und Ermittlung

Art. 9 AHVG (WBB / WSN)

 

1 Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ist jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.

2 Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit wird ermittelt, indem vom hierdurch erzielten rohen Einkommen abgezogen werden:

a. die zur Erzielung des rohen Einkommens erforderlichen Gewinnungskosten;

 

b. die der Entwertung entsprechenden, geschäftsmässig begründeten Abschreibungen und Rückstellungen geschäftlicher Betriebe;

 

c. die eingetretenen und verbuchten Geschäftsverluste;

 

d. die vom Geschäftsinhaber in der Berechnungsperiode vorgenommenen Zuwendungen an Vorsorgeeinrichtungen zugunsten des eigenen Personals, sofern jede zweckwidrige Verwendung ausgeschlossen ist, sowie Zuwendungen für ausschliesslich gemeinnützige Zwecke;

 

e. die persönlichen Einlagen in Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, soweit sie dem üblichen Arbeitgeberanteil entsprechen;

 

f. der Zins des im Betrieb eingesetzten eigenen Kapitals; der Zinssatz entspricht der jährlichen Durchschnittsrendite der Anleihen der nicht öffentlichen inländischen Schuldner in Schweizer Franken.

Der Bundesrat ist befugt, nötigenfalls weitere Abzüge vom rohen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zuzulassen. 

 

3 Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und das im Betrieb eingesetzte eigene Kapital werden von den kantonalen Steuerbehörden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet.

 

4 Die steuerrechtlich zulässigen Abzüge der Beiträge nach Artikel 8 des vorliegenden Gesetzes sowie nach Artikel 3 Absatz 1 IVG und nach Artikel 27 Absatz 2 EOG vom 25. September 1952 sind von den Ausgleichskassen zum von den Steuerbehörden gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen. Das gemeldete Einkommen ist dabei nach Massgabe der geltenden Beitragssätze auf 100 Prozent aufzurechnen.

AHV-Mitteilungen Nr. 310 vom 27.06.2012 

 

Aufrechnung der Beiträge zu dem von den Steuerbehörden gemeldeten Nettoeinkommen der über 64/65-jährigen Selbstständigerwerbenden

Anpassung der sinkenden Beitragsskala und des Mindestbeitrages

Art. 9bis AHVG (WBB / WSN)

 

Der Bundesrat kann die Grenzen der sinkenden Beitragsskala nach Artikeln 8 sowie den Mindestbeitrag nach den Artikeln 2, 8 und 10 dem Rentenindex gemäss Artikel 33ter anpassen.

Begriff des Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit

Art. 17 AHVV (WBB / WSN)

 

Als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Artikel 9 Absatz 1 AHVG gelten alle in selbständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Artikel 18 Absatz 2 DBG und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Artikel 18 Absatz 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Artikel 18 Absatz 2 DBG.

 

 AHVG > Beiträge > Beispiele zur Abgrenzung von selbstständiger und unselbstständiger Erwerbstätigkeit

Abzüge vom Einkommen

Art. 18 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Für die Ausscheidung und das Ausmass der nach Artikel 9 Absatz 2 Buchstaben a - e AHVG zulässigen Abzüge sind die Vorschriften über die direkte Bundessteuer massgebend.

 

1bis Die Geschäftsverluste nach Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe c AHVG können abgezogen werden, wenn sie im jeweiligen und dem unmittelbar vorangegangenen Beitragsjahr eingetreten und verbucht worden sind.

 

2 Der Zinssatz nach Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe f AHVG entspricht der jährlichen Durchschnittsrendite der Anleihen in Schweizer Franken der nicht öffentlichen inländischen Schuldner gemäss Statistik der Schweizerischen Nationalbank, auf- oder abgerundet auf das nächste halbe Prozent. Das Eigenkapital wird auf die nächsten 1000 Franken aufgerundet.

AHV-Mitteilungen Nr. 447 vom 13.01.2022

 

Auch für das Jahr 2021 kann vom Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit kein Zins auf dem im Betrieb investierten Eigenkapital abgezogen werden.

AHV-Mitteilungen Nr. 432 vom 19.01.2021

 

Auch für das Jahr 2020 kann vom Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit kein Zins auf dem im Betrieb investierten Eigenkapital abgezogen werden.

AHV-Mitteilungen Nr. 418 vom 29.01.2020

 

Für das Jahr 2019 entfällt der vom Einkommen abzuziehende Zins des im Betrieb investierten Eigenkapitals von Selbstständigerwerbenden (für das Jahr 2018 betrug er noch 0,5%).

AHV-Mitteilungen Nr. 409 vom 21.01.2019

 

Der vom Einkommen abzuziehende Zins des im Betrieb investierten Eigenkapitals von Selbständigerwerbenden beträgt für das Jahr 2018 unverändert 0,5%. 

AHV-Mitteilungen Nr. 403 vom 22.01.2018

 

Der vom Einkommen abzuziehende Zins des im Betrieb investierten Eigenkapitals von Selbständigerwerbenden beträgt für das Jahr 2017 neu 0,5% (2016: 0%).

AHV-Mitteilungen Nr. 390 vom 23.01.2017

 

Für das Jahr 2016 entfällt der vom Einkommen abzuziehende Zins des im Betrieb investierten Eigenkapitals von Selbstständigerwerbenden (für das Jahr 2015 betrug er noch 0,5%).

AHV-Mitteilungen Nr. 372 vom 22.01.2016

 

Der vom Einkommen abzuziehende Zins des im Betrieb investierten Eigenkapitals von Selbständigerwerbenden beträgt für das Jahr 2015 0,5% (2014: 1,0%). 

AHV-Mitteilungen Nr. 357 vom 21.01.2015

 

Der vom Einkommen abzuziehende Zins des im Betrieb investierten Eigenkapitals von Selbständigerwerbenden beträgt für das Jahr 2014 1,0% (2013: 1,5 %).

AHV-Mitteilungen Nr. 343 vom 22.1.2014

 

Der vom Einkommen abzuziehende Zins des im Betrieb investierten Eigenkapitals von Selbständiger-werbenden beträgt für das Jahr 2013 1,5% (2012: 1,0 %).

AHV-Mitteilungen Nr. 324 vom 21.01.2013

 

Zinsabzug auf dem investierten Eigenkapital von Selbständigerwerbenden beträgt für das Jahr 2012 1 % (2011: 2 %).

Geringfügiger Nebenerwerb aus selbstständiger Erwerbstätigkeit

Art. 19 AHVV (WBB)

 

Geringfügiger Nebenerwerb aus selbständiger Erwerbstätigkeit vom Einkommen aus einer nebenberuflich ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit, das 2’300 Franken im Kalenderjahr nicht übersteigt, werden die Beiträge nur auf Verlangen des Versicherten erhoben.

AHV-Mitteilungen Nr. 353 vom 24.11.2014

 

Keine Bescheinigungen der Ausgleichskassen über Haupt- und Nebenerwerb mehr

Beitragspflichtige Personen

Art. 20 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Die Beiträge auf dem in einem Betrieb erzielten Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit sind vom Eigentümer, bei Pacht oder Nutzniessung vom Pächter oder Nutzniesser zu entrichten. In Zweifelsfällen hat derjenige die Beiträge zu entrichten, der für das entsprechende Einkommen steuerpflichtig ist oder, wenn dafür keine Steuerpflicht besteht, den Betrieb auf eigene Rechnung führt.

2 …

 

3 Die Teilhaber von Kollektiv- und Kommanditgesellschaften sowie von anderen auf einen Erwerbszweck gerichteten Personengesamtheiten ohne juristische Persönlichkeit haben die Beiträge von ihrem Anteil am Einkommen der Personengesamtheit zu entrichten.

Sinkende Beitragsskala für Selbstständigerwerbende

Art. 21 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Beträgt das Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit mindestens 9 600 Franken, aber weniger als 57 400 Franken im Jahr, so werden die Beiträge wie folgt berechnet:

 

Jährliches Erwerbseinkommen CHF 

von mindestens / aber weniger als / Beitragssatz in % des Einkommens

 

  9 600 / 17 400 / 4,35 % 

17 400 / 21 400 / 4,45 %

21 400 / 23 800 / 4,55 %

23 800 / 26 200 / 4,65 %

26 200 / 28 600 / 4,75 %

28 600 / 31 000 / 4,85 %

31 000 / 33 400 / 5,05 %

33 400 / 35 800 / 5,25 %

35 800 / 38 200 / 5,45 %

38 200 / 40 600 / 5,65 %

40 600 / 43 000 / 5,85 %

43 000 / 45 400 / 6.05 %

45 400 / 47 800 / 6,35 %

47 800 / 50 200 / 6,65 %

50 200 / 52 600 / 6,95 %

52 600 / 55 000 / 7,25 %

55 000 / 57 400 / 7.55 %

 

2 Beträgt das nach Artikel 6quater anrechenbare Einkommen weniger als 9 600 Franken, so hat der Versicherte einen Beitrag von 4,35 Prozent zu entrichten.

Beitragsjahr und zeitliche Bemessung der Beiträge

Art. 22 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Die Beiträge werden für jedes Beitragsjahr festgesetzt. Als Beitragsjahr gilt das Kalenderjahr.

 

2 Für die Bemessung der Beiträge massgebend ist das Einkommen nach dem Ergebnis des im Beitragsjahr abgeschlossenen Geschäftsjahres und das am Ende des Geschäftsjahres im Betrieb investierte Eigenkapital.

 

3 Stimmt das Geschäftsjahr nicht mit dem Beitragsjahr überein, so wird das Einkommen nicht zwischen den Beitragsjahren aufgeteilt. Vorbehalten bleibt Absatz 4.

 

4 Wird in einem Beitragsjahr kein Geschäftsabschluss erstellt, ist das Einkommen des Geschäftsjahres entsprechend seiner Dauer auf die Beitragsjahre aufzuteilen.

 

5 Das Einkommen wird nicht in ein Jahreseinkommen umgerechnet.

Ermittlung des Einkommens und des Eigenkapitals

Art. 23 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Die kantonalen Steuerbehörden ermitteln das für die Bemessung der Beiträge massgebende Erwerbseinkommen auf Grund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer, das im Betrieb investierte Eigenkapital auf Grund der entsprechenden rechtskräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkantonalen Repartitionswerte.

 

2 Liegt eine rechtskräftige Veranlagung für die direkte Bundessteuer nicht vor, so werden die massgebenden Steuerfaktoren der rechtskräftigen Veranlagung für die kantonale Einkommenssteuer, und, bei deren Fehlen, der überprüften Deklaration für die direkte Bundessteuer entnommen.

 

3 Bei Nachsteuerverfahren gelten die Bestimmungen der Absätze 1 und 2 sinngemäss.

 

4 Die Angaben der kantonalen Steuerbehörden sind für die Ausgleichskassen verbindlich.

 

5 Können die kantonalen Steuerbehörden keine Meldung erstatten, so haben die Ausgleichskassen das für die Beitragsfestsetzung massgebende Erwerbseinkommen und das im Betrieb investierte Eigenkapital auf Grund der ihnen zur Verfügung stehenden Daten selbst einzuschätzen. Die Beitragspflichtigen haben den Ausgleichskassen die erforderlichen Auskünfte zu erteilen und auf Verlangen Unterlagen einzureichen.

Akontobeiträge

Art. 24 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Im laufenden Beitragsjahr haben die Beitragspflichtigen periodisch Akontobeiträge zu leisten.

 

2 Die Ausgleichskassen bestimmen die Akontobeiträge auf Grund des voraussichtlichen Einkommens des Beitragsjahres. Sie können dabei vom Einkommen ausgehen, das der letzten Beitragsverfügung zu Grunde lag, es sei denn der Beitragspflichtige mache glaubhaft, dieses entspreche offensichtlich nicht dem voraussichtlichen Einkommen.

 

3 Zeigt sich während oder nach Ablauf des Beitragsjahres, dass das Einkommen wesentlich vom voraussichtlichen Einkommen abweicht, so passen die Ausgleichskassen die Akontobeiträge an.

 

4 Die Beitragspflichtigen haben den Ausgleichskassen die für die Festsetzung der Akontobeiträge erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Unterlagen auf Verlangen einzureichen und wesentliche Abweichungen vom voraussichtlichen Einkommen zu melden.

 

5 Werden innert Frist die erforderlichen Auskünfte nicht erteilt, die Unterlagen nicht eingereicht oder die Akontobeiträge nicht bezahlt, so setzen die Ausgleichskassen die geschuldeten Akontobeiträge in einer Verfügung fest.

Festsetzung und Ausgleich

Art. 25 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Die Ausgleichskassen setzen die für das Beitragsjahr geschuldeten Beiträge in einer Verfügung fest und nehmen den Ausgleich mit den geleisteten Akontobeiträgen vor.

 

2 Die von den Beitragspflichtigen zu wenig entrichteten Beiträge sind innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen.

 

3 Zuviel entrichtete Beiträge haben die Ausgleichskassen zurückzuerstatten oder zu verrechnen.

Meldungen der Steuerbehörden

Art. 27 AHVV (WBB / WSN)

 

1 Die Ausgleichskassen verlangen für die ihnen angeschlossenen Selbstständigerwerbenden

von den kantonalen Steuerbehörden die für die Berechnung der Beiträge erforderlichen Angaben. Das Bundesamt erlässt Weisungen über die erforderlichen Angaben und das Meldeverfahren.

 

2 Die kantonalen Steuerbehörden übermitteln die Angaben für jedes Steuerjahr laufend den Ausgleichskassen.

 

3 Erhält eine kantonale Steuerbehörde für einen Selbständigerwerbenden, dessen Einkommen sie nach Artikel 23 ermitteln kann, kein Begehren um Meldung, so übermittelt sie von sich aus die Angaben der kantonalen Ausgleichskasse. Diese leitet die Angaben gegebenenfalls an die zuständige Ausgleichskasse weiter.

 

4 Steuerbehörden, welche die Meldungen über die zentrale Informatik- und Kommunikationsplattform des Bundes Sedex übermitteln, erhalten für jeden Selbstständigerwerbenden pro Beitragsjahr eine Vergütung von 7 Franken aus dem Ausgleichsfonds der Alters- und Hinterlassenenversicherung. Das Bundesamt berechnet die Vergütungen für die jeweiligen kantonalen Steuerbehörden.

Rechtsprechung in chronologischer Reihenfolge

Bindungswirkung der Steuermeldung

Urteil 9C_809/2019 (BGE 147 V 114) vom 17.02.2021 E. 3.4.2 (Volltext)

 

Art. 9 Abs. 3 AHVG, Art. 23 Abs. 4 AHVV.

 

Die Angaben der Steuerbehörde, die steuerrechtliche Auswirkungen hatten, sind für die AHV-Behörden hinsichtlich der Frage, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenenfalls solches aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit vorliegt, grundsätzlich verbindlich. Diesfalls müssen die AHV-Behörden eigene nähere Abklärungen nur vornehmen, wenn sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben. 

Abzug von Einlagen in die berufliche Vorsorge bei Selbständigerwerbenden

Urteil 9C_515/2015 (BGE 142 V 169) vom 01.03.2015 (Volltext)

 

Art. 9 Abs. 2 lit. e AHVG;

 

Der Abzug nach Art. 9 Abs. 2 lit. e AHVG kann maximal die Hälfte des (von der Steuerbehörde gemeldeten) Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit betragen (E. 4).

Zinsabzug auf dem im Betrieb eingesetzten eigenen Kapital und Beitragsaufrechnung

Urteil 9C_13/2015 (BGE 141 V 433) vom 11.08.2015 (Volltext)

 

Die Zinsen von dem im Betrieb investierten Eigenkapital sind bei der Ermittlung des beitragspflichtigen Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit abzuziehen, bevor die steuerlich abzugsberechtigten AHV/IV/EO-Beiträge von der Ausgleichskasse aufgerechnet werden.

 

Rz. 1172 der Wegleitung über die Beiträge der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen (WSN) in der AHV, IV und EO, in der seit 1. Januar 2012 geltenden Fassung, ist gesetzwidrig (E. 3-5). 

Kollektive Kapitallanlagen (KAG)

BGE 141 V 234 vom 23.03.2015 (Volltext)

 

Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 20 Abs. 3 AHVV

 

Nachdem im Gesetzgebungsverfahren betreffend das Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) eine Anpassung des AHV-Beitragsrechts nicht thematisiert wurde, besteht (vorerst) kein Grund, von der ständigen Praxis abzuweichen, wonach für eine Beitragspflicht gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AHVV der erwerbliche Charakter einer Personengemeinschaft entscheidend ist. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, die AHV-rechtliche Beitragspflicht weiter zu fassen als der Gesetz- und Verordnungsgeber (E. 5.4).

 

Investitionen in kollektive Kapitalanlagen sind allerdings - analog der Rechtsprechung zu den Wertschriften- und Liegenschaftenhändlern - von erwerblichem Charakter und unterliegen somit der AHV-Beitragspflicht, wenn ein gewerbsmässiger Investor unter Einsatz erheblicher Mittel eine Vielzahl kollektiver Risikokapitalanlagen tätigt, die zumindest teilweise einen engen Bezug zur Arbeitgeberfirma aufweisen (E. 6.3.3).

Teilhaber von Kollektiv- und Kommanditgesellschaften

BGE 136 V 258 vom 23.07.2010 (Volltext)

 

Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 20 Abs. 3 AHVV.

 

Art. 20 Abs. 3 AHVV ist gesetzmässig (Bestätigung der Rechtsprechung; E. 4).

 

Ein in der Schweiz wohnhafter Kommanditist einer in Deutschland domizilierten GmbH & Co. KG ist für die ihm aus der Gesellschaft zugeflossenen Einkünfte als Selbstständigerwerbender beitragspflichtig, unabhängig davon, ob er selbst in der Gesellschaft mitarbeitet oder ob er Einfluss auf die Geschäftsführung hat (E. 4.8 und 5).

Abzug von Einlagen in die berufliche Vorsorge bei Selbständigerwerbenden

BGE 136 V 16 vom 08.10.2010 (Volltext) 

 

Art. 9 Abs. 2 lit. e AHVG;

 

Selbständigerwerbende können, auch wenn sie berufsvorsorgeversicherte Arbeitnehmer beschäftigen, maximal die Hälfte der persönlichen Einlagen in die 2. Säule (laufende Beiträge, Einkauf von Beitragsjahren) vom rohen Einkommen in Abzug bringen (Bestätigung und Verdeutlichung der Rechtsprechung; E. 5). 

Abzugsfähigkeit von Einlagen in die berufliche Vorsorge bei Selbstständigerwerbenden

BGE 133 V 563 vom 11.10.2007 (Volltext)

 

Art. 9 Abs. 2 lit. e AHVG; Art. 18 Abs. 1 AHVV; Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG:.  

 

Vom rohen Einkommen abgezogen werden können bei Selbstständigerwerbenden nicht nur die aufgrund einer normativen Verpflichtung geleisteten, sondern auch die freiwillig erbrachten, von den Statuten oder vom Reglement der Vorsorgeeinrichtung bloss ermöglichten Einlagen in die berufliche Vorsorge (E. 2.4).  

Beitragspflichtiges Erwerbseinkommen / Verlustverrechnung

BGE 133 V 105 vom 28.12.2006 (Volltext)

 

Art. 9 Abs. 2 lit. c AHVG; Art. 18 Abs. 1 AHVV

 

An der Rechtsprechung, wonach die periodenübergreifende Verlustverrechnung unzulässig ist, ist nach dem Wechsel von der zwei- zur einjährigen Beitragsperiode auf den 1. Januar 2001 nicht mehr festzuhalten (E. 4).  

Kassenzugehörigkeit; Anschluss an eine Ausgleichskasse als Selbstständigerwerbender

BGE 132 V 257 vom 03.05.2006  (Volltext)

 

Art. 49 Abs. 1 und 2 ATSG; Art. 5 Abs. 1 lit. a, b und c , Art. 25 Abs. 2 VwVG; Art. 5 Abs. 2, Art. 9 Abs. 1 AHVG:

 

Der Entscheid über die Ablehnung des Gesuchs einer versicherten Person um Anschluss als Selbstständigerwerbender und Eintrag im Register ist rechtsgestaltender Natur. Die zuständige Ausgleichskasse hat somit eine einsprachefähige Verfügung und allenfalls einen beschwerdefähigen Einspracheentscheid zu erlassen. Diese sind, soweit bekannt, grundsätzlich auch dem oder den allenfalls abrechnungs- und beitragszahlungspflichtigen Arbeitgebern zu eröffnen (Änderung der Rechtsprechung). (Erw. 2.4 und 2.5)  

Berechnung des beitragspflichtigen Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit

BGE 132 V 209 vom 02.05.2006 (Volltext)

 

Art. 4 Abs. 1, Art. 9 Abs. 2 lit. e AHVG; Art. 18 Abs. 3 AHVV (gültig bis 31. Dezember 1996); Art. 66 Abs. 1 BVG:

 

Gesetzmässigkeit einer Weisung des Bundesamtes für Sozialversicherung, wonach Selbstständigerwerbende ohne Arbeitnehmer vom massgebenden beitragspflichtigen Einkommen höchstens die Hälfte der laufenden Beiträge an die Vorsorgeeinrichtung, der sie auf freiwilliger Basis angeschlossen sind, abzuziehen berechtigt sind. (Erw. 6).