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Arbeitslosenentschädigung > Sanktionen

Gesetzliche Bestimmungen und Weisungen

Einstellung in der Anspruchsberechtigung

Art. 30 AVIG (Audit Letter)

 

1 Der Versicherte ist in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er:

 

a. durch eigenes Verschulden arbeitslos ist;

 

b. zu Lasten der Versicherung auf Lohn- oder Entschädigungsansprüche gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber verzichtet hat;

 

c. sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht;

 

d. die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch sein Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht;

 

e. unwahre oder unvollständige Angaben gemacht oder in anderer Weise die Auskunfts- oder Meldepflicht verletzt hat;

 

f. Arbeitslosenentschädigung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat, oder

 

g. während der Planungsphase eines Projektes Taggelder bezog (Art. 71a Abs. 1) und nach Abschluss der Planungsphase aus eigenem Verschulden keine selbstständige Erwerbstätigkeit aufnimmt.

 

2 Die kantonale Amtsstelle verfügt Einstellungen nach Absatz 1 Buchstaben c, d und g sowie nach Absatz 1 Buchstabe e, sofern die Auskunfts- oder Meldepflicht gegenüber ihr oder dem Arbeitsamt verletzt wurde. In den übrigen Fällen verfügen die Kassen.

 

3 Die Einstellung gilt nur für Tage, für die der Arbeitslose die Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt. Sie wird auf die Höchstzahl der Taggelder nach Artikel 27 angerechnet. Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage, im Falle von Absatz 1 Buchstabe g höchstens 25 Tage. Der Vollzug der Einstellung fällt binnen sechs Monaten, nachdem die Einstellungsfrist zu laufen begonnen hat, dahin.

 

3bis Der Bundesrat kann eine Mindestdauer der Einstellung vorschreiben.

 

4 Stellt eine Kasse einen Arbeitslosen in der Anspruchsberechtigung nicht ein, obwohl ein Einstellungsgrund vorliegt, so verfügt die kantonale Amtsstelle die Einstellung.

Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit

Art. 44 AVIV

 

1 Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn der Versicherte:

 

a. durch sein Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat;

 

b. das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihm eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihm das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte;

 

c. ein Arbeitsverhältnis von voraussichtlich längerer Dauer von sich aus aufgelöst hat und ein anderes eingegangen ist, von dem er wusste oder hätte wissen müssen, dass es nur kurzfristig sein wird, es sei denn, dass ihm das Verbleiben an der vorherigen Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte;

 

d. eine unbefristete zumutbare Stelle nicht angenommen hat und stattdessen ein Arbeitsverhältnis eingegangen ist, von dem er wusste oder hätte wissen müssen, dass es nur kurzfristig sein wird.

Beginn und Dauer der Einstellung

Art. 45 AVIV 

 

1 Die Einstellungsfrist in der Anspruchsberechtigung beginnt am ersten Tag nach:

 

a. der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wenn die versicherte Person aus eigenem Verschulden arbeitslos geworden ist oder wenn sie sich vor der Arbeitslosigkeit nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat;

 

b. der Handlung oder Unterlassung, derentwegen sie verfügt wird.

 

2 Die Einstellung wird nach der bestandenen Wartezeit oder bereits laufenden Einstellung getilgt.

 

3 Sie dauert:

 

a. 1–15 Tage bei leichtem Verschulden;

 

b. 16–30 Tage bei mittelschwerem Verschulden;

 

c. 31–60 Tage bei schwerem Verschulden.

 

4 Ein schweres Verschulden liegt vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund:

 

a. eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat; oder

 

b. eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat.

 

5 Wird die versicherte Person wiederholt in der Anspruchsberechtigung eingestellt, so wird die Einstellungsdauer angemessen verlängert. Für die Verlängerung werden die Einstellungen der letzten fünf Jahre berücksichtigt.

Einstellraster des SECO

Rechtsprechung in chronologischer Reihenfolge