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Epilepsie

Bildgebend nachweisbar

Urteil 8C_90/2012 vom 12.12.2012 (Volltext)

 

E. 4.3 Bei der Epilepsie (ICD-10 G40) handelt es sich um eine Krankheit des Nervensystems, deren "Anfall als ein abnormes elektrisches Phänomen mittels Elektroenzephalogramm" - also bildgebend - nachweisbar ist. Den Epilepsien liegen eine meist strukturelle oder auch nur funktionelle (stoffwechselbedingte) Anomalie des Gehirns zugrunde (Mumenthaler/Mattle, Neurologie, 11. Aufl., Stuttgart 2002, S. 495).

 

Eine traumatische Epilepsie kann auch erst Monate oder Jahre nach dem Trauma zum ersten Mal auftreten (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl., Berlin 2010, S. 592).

Spätfolge eines Schädelhirntraumas

Urteil 8C_90/2012 vom 12.12.2012 (Volltext)

 

E. 4.3 ... Das Eidgenössische Versicherungsgericht (heute: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) hat dementsprechend schon in seinem Urteil U 27/97 vom 3. April 1998 erkannt, dass die posttraumatische Epilepsie ein typisches Beispiel für mögliche Spätfolgen eines Schädelhirntraumas ist (vgl. Urteil U 27/97 vom 3. April 1998 E. 4 Ingress mit zahlreichen Hinweisen).

Beurteilung im konkreten Fall

Urteil 8C_90/2012 vom 12.12.2012 (Volltext)

 

E. 4.3 ... Allein aus dem Umstand, dass sich weder im CT noch im MRI Hinweise auf eine Hirnkontusion finden, kann - entgegen dem Gutachten des versicherungsmedizinischen Zentrums Z. (S. 10 u. 27) - nicht ohne weiteres auf eine fehlende Kausalität geschlossen werden. Ein durchgemachtes Schädelhirntrauma kann medizinisch betrachtet auch ohne Contusio cerebri und Bewusstlosigkeit Ursache eines epileptischen Gelegenheitsanfalles sein (Urteil U 27/97 vom 3. April 1998 E. 4b mit Hinweis).

 

Gemäss E. 4.4 ist eine Neubegutachtung notwendig: Unfallkausal objektiv nachweisbare Beschwerden (E. 4.5)?