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Mehrfachdiagnosen

Mehrfachdiagnosen und Kormorbiditäten und deren Einfluss auf die Erwerbsunfähigkeit

Urteil 9C_271/2017 vom 16.04.2018 (Volltext): IV-Grad 50 % nach 2 Unfällen (HWS-Verletzung / Zeckenbiss)

 

4.1. Gemäss Gutachten der asim leidet die Versicherte an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Diagnostiziert wurden ferner akzentuierte Persönlichkeitszüge durch Typ A Verhalten (ICD-10 Z.73.1, starke Leistungsorientierung, Überhilfsbereitschaft, mangelnde Abgrenzungsfähigkeit und teilweise zwanghafter Hang zum Perfektionismus). ...

 

4.2. Mit Bezug auf den Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome ergibt sich, dass die Versicherte verschiedenen Ereignissen (zwei Unfällen mit Beteiligung der Halswirbelsäule, Zeckenbiss mit Borrelioseerkrankung) ausgesetzt war, bevor die Schmerzstörung, die mit der Borreliose begann, ab 2004 zugenommen hat. Gemäss Ausführungen im asim-Gutachten zeigen Persönlichkeitsstruktur und Biografie der Versicherten die typischen Merkmale und damit eine Vulnerabilität für die Ausbildung eines Fibromyalgiesyndroms. 

 

5. Die Zusprechung einer halben Invalidenrente ab 1. Juli 2011, zuzüglich Zins ab 1. Juli 2013, ist bundesrechtskonform.

Urteil 9C_550/2016 vom 30.12.2016 E. 3.2 (Volltext): Erwerbsunfähigkeit liegt vor

 

Danach leide der Versicherte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an

  • einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F38.10), derzeit schwergradig ausgeprägt,
  • an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 F61.0)
  • sowie an einer Periarthropathia coxae rechts.

Der Gesundheitszustand habe sich somit entgegen den Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 16. Dezember 2014 in psychiatrischer Hinsicht verschlechtert. Es sei nunmehr von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten auszugehen. 

Urteil 8C_325/2016 vom 31.08.2016 (Volltext): Erwerbsunfähigkeit liegt vor

 

4.2. ... Es werden die Diagnosen

  • der kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61) mit ängstlich-vermeidenden,
  • schizoiden und unreifen Zügen, der psychischen und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F12.2) mit regelmässigem Substanzgebrauch,
  • ADHS,
  • sowie einer Dysthymie (ICD-10 F34.1)

aufgeführt. Es handelt sich dabei um eine Kombination von psychischen Störungen, die eine massgebliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht von vornherein ausschliessen lässt (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 23).

 

... und sei nunmehr von einer bleibenden Erkrankung auszugehen, die mit medizinischen Massnahmen und "Dauertherapie" nicht verbessert werden könne. Der Versicherte sei auf eine langfristige Unterstützung angewiesen. Trotz intensiver Bemühungen seien seine Einschränkungen nicht willentlich überwindbar. ...

Urteil 8C_713/2015 vom 09.02.2016 (Volltext): Keine Erwerbsunfähigkeit

 

5. ... Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte

  • eine chronische Anpassungsstörung (DSM-IV-TR 309.0),
  • dissoziative Bewegungsstörungen (ICD-10 F 44.4)
  • sowie akzentuierte histrionische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z 73.1)
  • und vermerkte einen Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F 43.1),

alle Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.

Urteil 9C_726/2014 vom 25.02.2015 E. 3.2.1 (Volltext): Keine Erwerbsunfähigkeit

 

Beschwerdebild ohne Anspruch auf eine Rente der IV:

  • Eine rezidivierende depressive Störung im Anschluss an eine massive Erschöpfungsdepression bzw. ein Burnout (ICD-10 F33.01;
  • bei Persönlichkeit mit zwanghaften, ängstlich-vermeidenden, abhängigen und histrionischen Zügen [ICD-10 Z73.1]),
  • eine Somatisierungsstörung (im Zusammenhang mit Stress und Drucksituationen; ICD-10 F45.4)
  • und eine seit über 20 Jahren bestehende Fibromyalgie.

Urteil 9C_1026/2012 vom 13.02.2013 (Volltext)

 

Keine invalidisierende gesundheitliche Beeinträchtigung:

  • Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) als Begleiterscheinung der mehrfach diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
  • (Reaktive) Begleiterscheinung des syndromalen Zustands und der psychosozialen Belastungsfaktoren, insbesondere der Arbeitslosigkeit

Urteil 8C_697/2011 vom 14.12.2011 (Volltext): Volle Arbeitsfähigkeit

 

Beschwerden nach seitlicher Streifkollision. Auf längere Sicht volle Arbeitsfähigkeit im ausgeübten Beruf als Sozialarbeiter bei folgenden Beschwerden:

  • Persistierenden zervikozephalen Symptomenkomplex
  • Vegetativer Dysregulation
  • Leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Funktionsstörungen
  • Schwerer Anpassungsstörung vom ängstlich-depressiven Typ und Verdacht auf dissoziative Symptomatik (Sensibilitätsstörung und Depersonalisationsphänomene)

Urteil 8C_953/2010 vom 29.04.2011 (Volltext): Volle Arbeitsfähigkeit

 

Bei zehnfachem Beschwerdekomplex für körperlich angepasste Tätigkeit nach kurzer Zeit uneingeschränkt arbeitsfähig.

 

4.1 ... Eine körperliche angepasste Tätigkeit, wie sie nachfolgend näher beschrieben werde, wäre ihm allerdings bereits kurze Zeit später zumutbar gewesen. Aus orthopädischer Sicht bestehe für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position, wo eine Hebe- und Tragelimite von 15 kg nur ausnahmsweise überschritten werde und keine längeren Zwangshaltungen des Rumpfes vorkämen, eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer und internistischer sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Dies bei folgenden Diagnosen:

  • Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10 M54.5;
  • Intermittierende pseudoradikuläre Ausstrahlungen rechts, beginnende degenerative Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule, klinisch und MR-tomographisch ohne Neurokompression, ICD-10 M47.86/M51.2).
  • Schmerzverarbeitungsstörung und Symptomausweitung (ICD-10 F54);
  • Inkomplettes metabolisches Syndrom (Adipositas mit BMI 32,8 kg/m2 [ICD-10 E66.0];
  • Leichte Hepatopathie [ICD-10 K76.9];
  • Dyslipidämie [ICD-10 E78.2];
  • Erhöhter HbA1c-Wert aktuell;
  • Verdacht auf Diabetes mellitus [ICD-10 E11.9]);
  • Medikamenten-Malcompliance (ICD-10 Z91.1).
  • Emotinal impulsives Verhalten (ICD-10 F60.30) (E 5.2)

Urteil 8C_958/2010 vom 25.02.2011 (Volltext): Arbeitsunfähigkeit 20 %

 

Lediglich 20 %ige Arbeitsunfähigkeit als Bodenleger bei folgendem Beschwerdebild (E. 6.2.2.1):

  • Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
  • Leichte depressive Epsiode
  • Vom 24. Februar bis 8. Mai während 5 Tagen pro Woche in teilstationärer Psychistrischer Tagesklinik
  • Regelmässiger antidepressiver Medikation
  • Leichte Konzentrationsstörungen, erhöhte Ermündbarkeit, Anstriebsstörung, Schlafstörungen
  • Invaliditätsfremde psychosozialen Belastungsfaktoren: Ebenfalls erkrankte Ehefrau, belastende finanzielle Situation, Abhängigkeit vom Sozialamt

Urteil 8C_782/2010 vom 09.12.2010 (Volltext): Volle Arbeitsfähigkeit

 

3.1 ... Der Beschwerdeführer ist aufgrund der ärztlichen Diagnosen

  • einer Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54),
  • eines persistierenden zervikozephalen Symptomenkomplexes (ICD-10: M54.2)
  • bei einem HWS-Distorionstrauma (ICD-10: S13.4)
  • sowie einem Status nach Diskushernien-Operation LWK5/S1 1997 mit aktuell feststellbarer leichten Wurzelirritation S1 bei Rezidivhernie (ICD-10: G54.4)
  • und einem Nikotinabusus (ICD-10: F17.2),

sowohl in seiner bisherigen Tätigkeit als Informatik-Techniker als auch für sämtliche körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig.

Urteil 8C_429/2010 vom 15.10.2010 (Volltext): Volle Arbeitsfähigkeit

 

3.1 ...Danach liegt keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Ohne Einfluss auf diese sei

  • ein chronisches zervikozephales und rezidivierendes rechtsseitiges zervikobrachiales Schmerzsydrom mit/bei:
  • Fehlhaltung,
  • myostatischer Insuffizienz,
  • aktuell ohne nachweisbares pathologisch-anatomisches Korrelat,
  • eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig, remittiert (ICD-10: F33.4),
  • ein Cannabis-Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F12.2)
  • sowie eine chronisch-rezidivierende Prostatitis mit/bei: Status nach mehrfacher antibiotischer Therapie. 

Urteil 8C_945/2009 vom 23.9.2010 (Volltext): Keine Erwerbsunfähigkeit

 

Keine Erwerbsunfähigkeit und damit keine anspruchsbegründende Invalidität im vorliegenden Fall beim gleichzeitigen Vorliegen folgenden vier Diagnosen:

  • Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0)
  • Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
  • Somatoforme autonome Funktionsstörung (ICD-10: F45.30, 45.31)
  • Mittelschwere Depression (ICD-10: F32.1)