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Fibromyalgie

Definition

Fibromyalgie ist eine chronische, schmerzhafte, nicht-entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparates, also der Muskeln, Sehnen und Bänder. Man redet auch von Weichteil-Rheumatismus.

 

Das Typische an der Fibromyalgie sind starke Schmerzen vor allem im Bereich der Muskulatur und der Sehenansätze mit Druckschmerzen an definierten Punkten (Tender points). Dazu kommen häufig vegetative Symptome wie Übelkeit oder Schlaflosigkeit.

Adäquater Kausalzusammenhang

Urteil U 20/05 vom 05.04.2006 E. 4.2.2 (Volltext): Psycho-Praxis

 

Eine Fibromyalgie aber hat die Rechtsprechung bislang nicht als Teil des typischen bunten Beschwerdebildes eines HWS-Traumas betrachtet, sondern ausgehend von Art und Pathogenese der Störung sowie unter Berücksichtigung der jeweiligen konkreten unfallfremden Faktoren als selbstständige sekundäre Gesundheitsschädigung gewertet (Urteil F. vom 26. November 2001, U 409/00, Erw. 4b/bb sowie RKUV 2001 Nr. U 412 S. 80 Erw. b).

 

Die Adäquanzprüfung hat bei solchen Schädigungen nicht nach den für ein Schleudertrauma oder eine schleudertraumaähnliche Verletzung geltenden Kriterien (BGE 117 V 359 ff.) zu erfolgen, sondern es ist nach den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Kriterien vorzugehen (vgl. Urteil P. vom 30. September 2005, U 277/04, Erw. 4.2 mit Hinweisen).

Erwerbsunfähigkeit

Urteil I 787/05 vom 24.05.2006 E. 4.1 (Volltext)  
 

Denn einerseits erfolgt die Beurteilung der noch zumutbaren Arbeitstätigkeit bei diagnostizierter Fibromyalgie nach denselben Kriterien wie bei einer somatoformen Schmerzstörung (in BGE 132 V noch nicht publiziertes Urteil S. vom 8. Februar 2006, I 336/04 in französisch), wobei im vorliegenden Fall die nur in Ausnahmefällen anzunehmende Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess (BGE 130 V 352 [= Urteil N. vom 12. März 2004, I 683/03]) offensichtlich nicht gegeben ist (vgl. Erw. 4.2 unten).