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Schwindel / Posturographie (Gleichgewichtsanalyse)

Posturographie

 

Die Posturographie (Gleichgewichtsanalyse) ist ein Verfahren zur Ermittlung der Funktionsfähigkeit der Gleichgewichtsregulation unter Belastung der unteren Extremitäten.

Rechtsprechung in chronologischer Reihenfolge

Unterkompensiertes vestibuläres Defizit

Urteil 8C_591/2018 vom 29.01.2020 E. 6 (Volltext): Organischer Befund liegt vor

 

Ein durch einen ausgewiesenen Neurootologen festgestelltes unterkompensiertes vestibuläres Defizit stellt aus medizinischer Sicht einen objektivierten Gesundheitsschaden dar. Im zu beurteilenden Fall war der entsprechende Befund basierend auf reproduzierbaren klinischen Beobachtungen und Daten diagnostiziert worden, welche von HNO-spezifischen Diagnosegeräten herrühren, deren wisschenschaftlich Anerkennung umbestritten ist.

Mittels Posturographie lassen sich keine organischen Befunde nachweisen

Urteil 8C_358/2010 vom 30.06.2010 E. 4.4.2 (Volltext)

 

Mehrfach schon hat sich das Bundesgericht zu dieser Methode geäussert und dabei festgehalten, dass sich eine Unfallfolge mittels Posturographie nicht organisch objektiv nachweisen lässt. Zwar könnten bestimmte Informationen gewonnen und sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen objektiviert werden, direkte Aussagen zur Ätiologie und damit zur Unfallkausalität eines Leidens seien jedoch ausgeschlossen (Urteile 8C_181/2010 vom 20. Mai 2010 E. 3.4.2 und 8C_75/2010 vom 1. April 2010 E. 4 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Schon mangels verwertbaren Nachweises der Unfallkausalität der von Dr. med. I. thematisierten Schwindelsensationen ist daher auf die diesbezüglichen Vorbringen in der Beschwerdeschrift nicht weiter einzugehen.

Posturographie ohne direkte Aussagen zur Unfallkausalität

Urteil 8C_614/2007 vom 10.7.2008 E. 4.3 (Volltext)

 

Mit dieser Untersuchungsmethode können zwar bestimmte Informationen gewonnen werden und es lassen sich damit sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Die Posturographie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur Ätiologie eines Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen (Urteil U 197/04 vom 29. März 2006, E. 3.2, und seitherige Entscheide, zuletzt Urteil 8C_53/2007 vom 25. Februar 2008, E. 6.3).