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Eingliederungsmassnahmen > Wiedereingliederung von Rentner/innen

Gesetzliche Grundlagen

Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern

Art. 8a IVG

 

1 Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger haben Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung, sofern:

  • a. die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich verbessert werden kann; und
  • b. die Massnahmen geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit zu verbessern.

2 Massnahmen zur Wiedereingliederung sind:

  • a. Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nach Artikel 14a Absatz 2;
  • b. Massnahmen beruflicher Art nach den Artikeln 15 - 18c;
  • c. die Abgabe von Hilfsmitteln nach den Artikeln 21 - 21quater;
  • d. die Beratung und Begleitung der Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger und ihrer Arbeitgeber.

3 Integrationsmassnahmen können mehrmals zugesprochen werden und insgesamt länger als ein Jahr dauern.

 

4 Versicherte Personen, deren Rente nach Abschluss der Massnahmen nach Absatz 2 aufgehoben wird, und deren Arbeitgeber haben noch während längstens drei Jahren ab dem Entscheid der IV-Stelle Anspruch auf Beratung und Begleitung.

 

5 Der Bundesrat kann Höchstbeträge festlegen, die den IV-Stellen für Massnahmen nach den Absätzen 2 und 4 zur Verfügung stehen.

Art. 4novies IVV (Erläuterungen)

 

Für die Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern nach Artikel 8a IVG sind die Artikel 4quater und 4sexies Absätze 1, 2, 5 und 6 nicht anwendbar.

Grundsätze

Vermutetes Eingliederungspotential als Voraussetzung

Urteil 8C_667/2013 E. 2 vom 06.03.2014 E. 2 (Volltext)

 

Die Wiedereingliederung gemäss Art. 8a IVG ist für rentenbeziehende Personen mit vermutetem Eingliederungspotential vorgesehen, bei denen der Gesundheitszustand oder die erwerblichen Verhältnisse keine anspruchswesentliche Änderung erfahren haben.

Kein Anspruch bei erheblicher Verbesserung des Gesundheitszustandes

Urteil 9C_324/2015 vom 23.12.2015 E. 5 (Volltext): Wegfall der Invalidenrente

 

Die Wiedereingliederung gemäss Art. 8a IVG ist für Rentenbezüger mit vermutetem Eingliederungspotenzial vorgesehen, bei welchen der Gesundheitszustand oder die erwerblichen Verhältnisse keine anspruchswesentliche Änderung erfahren haben. Dies ist beim Versicherten der infolge erheblicher Verbesserung des Gesundheitszustands keine Invalidenrente mehr beanspruchen kann, nicht der Fall.

Pflicht zur Teilnahme an zumutbaren Eingliederungsmassnahmen

Urteil 8C_163/2018 (BGE 145 V 2) vom 28.01.2019 (Volltext)
 

Art. 7 Abs. 2 lit. e in Verbindung mit Art. 8a Abs. 1 und 2 IVG; Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern.

 

Eine rentenbeziehende Person mit Eingliederungsressourcen hat - unabhängig davon, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt - nicht nur einen Anspruch, sondern auch eine Pflicht, an zumutbaren Wiedereingliederungsmassnahmen teilzunehmen (E. 4.3.1). Dabei bildet die subjektive Eingliederungsfähigkeit der rentenbeziehenden Person keine Voraussetzung für die Durchführung solcher Massnahmen (E. 4.3.3).

Kopiert aus SZS 3/2019: BBI 2010 1845, die Grafik bildete ursprünglich auch noch die Umsetzung der IV-Revision 6a ab, die per 01.01.2015 beendet war und deshalb weggelassen wurde.

Versicherungsunterstellung als Voraussetzung

BGE 145 V 266 vom 17.07.2019 E. 4.2 (Volltext): SchlBest. der Änderungen vom 18.03.2011

 

Die in Art. 9 Abs. 1bis IVG statuierte Voraussetzung der Versicherungsunterstellung gilt auch für die in lit. a Abs. 2 SchlBest. IVG in Verbindung mit Art. 8a IVG vorgesehenen Wiedereingliederungsmassnahmen.

Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art

Wiedereingliederung aus der Rente 

KSBE (Art. 8a Abs. 1 IVG)

 

1020 (1/18/): aufgehoben

 

1020.1 (1/18): Im Rahmen der Rentenzusprache sehen die IV-Stellen für Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger mit erwartetem Eingliederungspotenzial geeignete begleitende Massnahmen im Hinblick auf die Vorbereitung einer späteren Wiedereingliederung vor (vgl. Rz 1023.1).

 

1020.2 (1/15): Bei Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern mit vermutetem Eingliederungspotenzial bezieht die IV-Stelle den behandelnden Arzt in die Vorbereitung des Eingliederungsplans ein.

 

1021 (1/18): aufgehoben

 

1022 (1/18): aufgehoben

Beratung und Begleitung der Rentenbezüger/innen und ihrer Arbeitgeber

KSBE (Art. 8a Abs. 2 Bst. d und Abs. 4 IVG)

 

1023 (1/18): aufgehoben 

 

1023.1 (1/17): Ziel der Beratung und Begleitung ab der Rentenzusprache ist bei Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern mit Eingliederungspotenzial die Wiedereingliederung. Durch die fortlaufende Beratung und Begleitung ab Rentenbeginn soll das Eingliederungspotenzial systematisch gefördert werden.

 

1024: Ziel der Beratung und Begleitung im Prozess der Wiedereingliederung ist es, Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger darin zu unterstützen eine ihren Fähigkeiten, Kenntnissen und Begabungen entsprechende und ihren Einschränkungen angepasste Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu finden. Dabei ist die Beratung potenzieller Arbeitgeber im Prozess der Wiedereingliederung ein wesentlicher Teil der Leistung.

 

1025: Ziel der Beratung und Begleitung nach Aufhebung der Rente ist es, die Nachhaltigkeit der erreichten Anstellungssituation von ehemaligen Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern im ersten Arbeitsmarkt sicher zu stellen.

 

1026 (1/18): Beratung und Begleitung umfassen insbesondere folgende Elemente:

  • Unterstützung von Veränderungsprozessen bei Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern und Unternehmen
  • Information und Koordination der am Eingliederungsprozess beteiligten Personen
  • Unterstützung beim Abgleich von Stellenprofil und Bewerberprofil (Matching)
  • Förderung der betrieblichen Integrationspotenziale (bspw. Unterstützung bei der Anpassung von Arbeitsabläufen oder Arbeitsinhalten)
  • Unterstützung in der Einarbeitungsphase (bspw. Schaffen einer qualifizierenden Arbeitssituation)
  • Professionelle Krisenintervention

1027 (1/17): Beratung und Begleitung erfolgt durch die IV-Stelle oder wird an eine externe Fachperson delegiert.

Coaching durch externe Leistungserbringer

KSBE

 

1028 (1/18): Absolviert eine vP die berufliche Eingliederungsmassnahme ganz oder teilweise im ersten Arbeitsmarkt und es ist ein spezialisiertes, zielgerichtetes und zeitlich begrenztes Coaching angezeigt, so kann dieser Auftrag einem externen Leistungserbringer übertragen werden. Ziel des Coachings kann ein Arbeitsplatzerhalt, ein erfolgreicher Verlauf der individuellen Massnahme oder die Stellensuche sein.