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Unfallbegriff > Ballspiele

Rechtsprechung in chronologischer Reihenfolge

Ball in der Luft fangen, Knieverletzung bei der Landung

Urteil 8C_267/2019 vom 30.10.2019 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Sachverhalt:

  • Um beim Sport einen Ball zu fangen, in die Luft gesprungen. Beim Landen auf dem linken Bein habe es im Knie geknackt. 

Diagnose:

  • Horizontal verlaufende Meniskusläsion

Vorzustand:

  • Insuffizienz der anamnestisch bestehenden Plastik des vorderen Kreuzbandes als auch der stattgehabten vorangegangenen Meniskusteilresektion 

Unfallbegriff:

Unfallähnliche Körperschädigung:

Landung nach Sprung beim Tennis

Urteil 8C_865/2013 vom 13.03.2014 E. 4.1.3 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt / Keine UKS

 

Nach der Hochabnahme eines Balles beim Tennisspielen nicht auf dem leicht gebeugten, sondern auf dem gestreckten linken Bein auf den Boden gelandet: Kniebeschwerden.

Angriffsbewegung im Basketball

Urteil 8C_835/2013 vom 28.01.2014 E. 5.3 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Sachverhalt: Ich wurde während dem Basketballspiel bei einem Zweikampf (Angriffsbewegung) vor dem Korb bei ausgestrecktem und erhobenem Arm von einem Gegenspieler von hinten so berührt, dass ich gleich anschliessend einen Schmerz an der Schulter mit Ausstrahlung in den Biceps verspürte.

 

Gestützt auf die Angaben des Versicherten fehlt es an dem für die Qualifikation als Unfall erforderlichen besonderen Vorkommnis, welches zu der Gesundheitsschädigung geführt hätte. Der Versicherte selber gab wiederholt an, dass er von einem Gegner lediglich "berührt" worden sei. Davon ist hier auszugehen, denn es wäre nach der ausdrücklichen Frage des Unfallversicherers nach dem Hergang nicht einzusehen, weshalb der Versicherte etwa einen eigentlichen Zusammenstoss mit einem Gegenspieler oder einen Angriff mit Reissen am Arm unerwähnt gelassen hätte. Eine blosse Berührung durch einen anderen Spieler vermag jedoch mit Blick auf die genannten Beispiele, die zum Vergleich heranzuziehen sind, für die Qualifikation des Ereignisses als Unfall im Rechtssinne nicht zu genügen. Wenn es zu einem einschiessenden Schmerz in der Schulter kam, weil sich der Versicherte durch die Berührung des Gegenspielers zum Ausweichen gezwungen sah und sich dabei den Arm verdrehte, fällt dies in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster eines Basketballspiels.

Weiterrennen nach Zweikampf beim Fussball

Urteil 8C_186/2011 vom 26.07.2011 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfülllt / UKS (bis 31.12.2016) liegt vor

 

Sachverhalt: Knieschmerzen nach einem Zweikampf (sehr wahrscheinlich bei falscher Bewegung) beim Weiterrennen ohne Schlag vom Gegner.

 

6.3 Ein Zweikampf ist beim Fussball nicht ungewöhnlich, und etwas Besonderes hat sich dabei, namentlich aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin selber, nicht zugetragen. Eine "falsche Bewegung", wie beschwerdeweise geltend gemacht wird, genügt dazu nicht.

 

Der mangelnde Nachweis eines Unfalls lässt sich im Übrigen in der Regel nicht durch medizinische Feststellungen ersetzen (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2 S. 81). Ohnehin räumt indessen auch Prof. Dr. med. M. in seiner Stellungnahme vom 18. November 2009 ein, dass keine Einwirkung von aussen auf den Körper stattgefunden habe, sondern die erlittene Verletzung durch eine erhöhte Kraftanstrengung bedingt sei.

Fehlschlag im Eishockey

Urteil 8C_141/2009 vom 02.07.2009 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Sachverhalt: Schussabgabe beim Eishockey: Puck nicht getroffen, Schlag aufs Eis.

 

7.2 Das Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007 Bundesgericht) hat im Urteil U 475/05 vom 5. Juli 2006 E. 3.3 erkannt, ein Fehlschlag beim Golf in den Boden sei etwas Normales und widerfahre insbesondere weniger geübten Spielern häufig; eine unfallversicherungsrechtlich relevante Programmwidrigkeit könne im Bodenkontakt des Schlägers nicht erblickt werden. Dieser Sachverhalt ist mit dem hier zu beurteilenden Ereignis vom 15. November 2003 - der Versicherte schlug während des Eishockeyspiels bei einer Schussabgabe (Slapshot) mit dem Stock aufs Eis statt auf den Puck - vergleichbar. Die Eisfläche bildet eine äussere, dem Spieler bekannte Schranke, die er beim Schuss und der dazugehörenden Ausholbewegung einzukalkulieren hat. Entsprechende Bewegungsabläufe werden denn auch trainiert. Trifft er nebst oder statt dem Puck die Eisfläche, so wird sein Bewegungsablauf zwar durch einen äusseren Faktor mit mehr oder weniger starken Krafteinwirkungen auf den Körper gestört. Dies ist aber auch dann der Fall, wenn die Schussabgabe glückt oder wenn er durch einen Gegenspieler gestört wird. Der Kontakt des Stocks mit dem Eis oder einem anderen Widerstand während der Schussabgabe fällt daher objektiv betrachtet in die gewöhnliche Bandbreite dieser Verrichtung, weshalb er nicht ungewöhnlich ist und nicht als unfallversicherungsrechtlich relevante Programmwidrigkeit angesehen werden kann.

 

Unbehelflich ist das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei ein geübter Profieishockeyspieler mit jahrelanger Erfahrung gewesen, dem normalerweise ein sogenannter Slapshot nie misslinge; ein solcher Fehlschlag sei ihm denn auch in seiner elfjährigen Karriere nie passiert. Denn das Bundesgericht hat im Urteil 8C_500/2008 vom 11. Februar 2009 E. 4.3 unter Hinweis auf BGE 134 V 72 E. 4.2.3 S. 79 entschieden, dass die individuellen Fähigkeiten der versicherten Person kein massgebendes Kriterium für die - sich nach objektiven Gesichtspunkten richtende - Bejahung oder Verneinung der Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung sind.

Fehlschlag beim Golf

Urteil U 475/05 vom 05.07.2006 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Fehlschlag beim Golf in den Boden.

 

Individuellen Fähigkeiten der versicherten Person sind kein massgebendes Kriterium für die Bejahung oder Verneinung der Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung. 

Schmetterball beim Volleyball

Urteil U 199/03 vom 10.05.2004 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Sachverhalt: Beim Volleyballspiel nach einem geschlagenen Schmetterball, bei dem der Versicherte in gestreckte Rückenlage geriet, verspührt er einen Zwick im Rücken und in der Folge starke Kreuzschmerzen.

 

4.2 Im Volleyballspiel ist es durchaus üblich, dass ein Zuspiel ungenau erfolgt oder aber der Absprung des Spielers nicht optimal auf ein Zuspiel abgestimmt ist. In diesen Fällen wie auch bei Angriffen des Gegners müssen Bälle regelmässig mit aussergewöhnlichen Körperbewegungen oder im Fallen geholt werden. Entsprechende Bewegungsabläufe werden denn auch trainiert. Ballannahmen in überstreckter Rückenlage (Hohlkreuz) mit anschliessender Landung in dieser spezifischen Körperlage kommen beim Volleyball häufig vor. Solche Bewegungen fallen in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster dieses Sports, und zwar unabhängig von der Leistungsfähigkeit des betroffenen Spielers. Unbestritten ist weiter, dass der Versicherte beim geschilderten Schmetterball keinen Zusammenstoss mit einem anderen Spieler oder dem Netz hatte und dass er bei der Landung weder stolperte noch ausglitt noch den Kopf anschlug. Dass er am Ende der Landung auf die Knie fiel, stellt nichts "Programmwidriges" dar. ...

Bandencheck im Eishockey

BGE 130 V 117 vom 30.12.2003 E. 3 (Volltext): Unfallbegriff erfüllt

 

Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinne einer den normalen, üblichen Bewegungsablauf störenden Programmwidrigkeit (unkoordinierte Bewegung) ist bei einem Bandencheck im Eishockey zu bejahen.

Blockgriff beim Handball

Urteil U 96/03 vom 07.07.2003 (Volltext): Unfallbegriff erfüllt

 

Sachverhalt: Versicherte spielte damals in der Juniorinnenabteilung des Handballclubs. Im Training habe ihr eine Trainingskollegin, welche als Abwehrspielerin übte, von hinten in den Wurfarm (rechts) gegriffen. Die Kollegin hätte ca. Mitte Unterarm eingegriffen. Es habe einen spürbaren Knacks im Schultergelenkgegeben und sie habe einen heftigen stichartigen Schmerz verspürt, der einige Tage angehalten hätte.

Grätsche beim Fussball

RKUV 1993 Nr. U 165 S. 58: Unfallbegriff erfüllt

 

Sachverhalt: Bejaht wurde das Vorliegen eines Unfalls bei einem Fussballer, dessen Knie verdreht wurde, als ihm ein Gegenspieler in die Beine grätschte.

 

Durch diesen Angriff - einen in der Aussenwelt begründeten Umstand - sei der Bewegungsablauf des Verletzten "programmwidrig" gestört worden. Es sei von einer unvorhersehbaren, unkoordinierten Bewegung auszugehen und insofern das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors zu bejahen. Nicht entscheidend sei, ob eine Massregelung des beteiligten Gegenspielers erfolgt sei.