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Unfallbegriff > Fester Händedruck

Urteil 8C_671/2019 vom 11.03.2020 E. 4.3 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt

 

Unfallhergang:

  • Eine Kollegin schüttelte der Versicherten beim Verabschieden kräftig, ruckartig und mit Abknicken des Handgelenks die Hand, sodass sie unmittelbar darauf Schmerzen im rechten Handgelenk verspürte und deswegen in die Knie ging. 

Verletzung:

  • Breiter Riss im Discus triangularis im zentralen-radialen Abschnitt, eine leichte Signalalteration im Os triquetrum und vis à vis bzw. dorsal davon gelegen im Weichteilgewebe.

Beurteilung: Unfallbegriff nicht erfüllt; keine Listenverletzung gemäss Art. 6. Abs. 2 UVG

  • Auch bei einem kräftigen Händedruck fehlt es daher mit der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin am Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors, zumal auch eine Ulnarduktionsbewegung (Abknicken im Handgelenk) regelmässig mit dem (mehr oder minder) kräftigen Händedruck einhergeht. Ein sinnfälliges Zusatzereignis, das die Ungewöhnlichkeit des Geschehens begründete, vermag die Beschwerdeführerin nicht zu benennen. Der geschilderte Ablauf der Körperbewegung liegt im Rahmen dessen, was üblicherweise bei einem Handschlag stattfindet, weshalb die natürliche Körperbewegung nicht programmwidrig beeinflusst wurde. Handelt es sich damit um einen alltäglichen und üblichen Vorgang, mangelt es am ungewöhnlichen äusseren Faktor.