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Unfallbegriff > Wegstemmen eines Astes

Urteil 8C_749/2008 vom 16.01.2009 (Volltext)

 

Sachverhalt: Beim Wegstemmen bzw. beim Brechen eines Kieferastes einen heftigen Schmerz im Rücken verspürte.

 

Resultat: Der Unfallbegriff ist erfüllt.

 

Beurteilung des UVG-Versicherers:

 

Der UVG-Versicherer macht geltend, der Versuch, den Ast wegzudrücken, sei aufgrund dessen Dicke nur dann erfolgversprechend gewesen, wenn der Versicherte darum wusste, dass der Ast bereits beschädigt war. Die Vorgehensweise lasse darauf schliessen, dass der Versicherte den Ast habe abbrechen wollen; das Brechen desselben habe somit keine Programmwidrigkeit dargestellt, sondern sei der Zweck seines Krafteinsatzes gewesen. Damit liege keine Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den Körper des Versicherten vor; das Ereignis sei deshalb nicht als Unfall zu qualifizieren.

  

Entscheid des Gerichts:

 

Es ist nicht entscheidend, ob der Versicherte bereits wusste, dass der Ast beschädigt war. Entscheidend ist alleine, ob der Ast zu einem Zeitpunkt nachgegeben hat, in dem der Versicherte nicht - oder allenfalls noch nicht - mit dem Brechen rechnete. - Wurde dieser vom Brechen des Astes überrascht, so stellt das Nachgeben eine Programmwidrigkeit dar, welche seine körperliche Bewegung - das Wegstemmen des Astes - unterbrochen hat. Der äussere Faktor in der Veränderung zwischen Körper des Versicherten und Aussenwelt ist aufgrund dieser Programmwidrigkeit als aussergewöhnlich zu qualifizieren.