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Gutachten > Gutachterfragen / Fragenkataloge

 

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Komplette Fragenkataloge

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Bei Spezialthemenergänzen Sie Ihren Fragenkatalog durch die entsprechenden Spezial- bzw. Einzelfragen.

Spezialfragen / Einzelfragen

Basis

Anamnese (biologische, psychische und soziale Aspekte)?

 

Welche Beschwerden äussert die versicherte Person?

 

Welche Befunde erheben sie?

 

Welche Diagnosen stellen sie?

Organisches Substrat

Liegen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit organisch nachweisbare Unfallfolgen vor?

 

Wenn ja, welche?

Natürlicher Kausalzusammenhang

Ist die geltend gemachte Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise Folge des Unfalles vom ...?

 

In welchem gesundheitlichen Zustand befand sich die versicherten Person im Zeitpunkt des Unfalles (Vorzustand)?

 

Bei gegebenem Vorzustand: Wurde dieser behandelt und/oder therapiert?

 

Sind seit dem Unfall vom ... weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen (interkurrente Erkrankungen) aufgetreten, die heute das Beschwerdebild mitbestimmen und die nicht als Folge des besagten Unfalles anzusehen sind? Falls ja, welche?

 

Welchen Einfluss haben die unfallfremden Faktoren auf die unfallbedingte Behandlung und eine allfällige unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit und in welchem Ausmass?

 

Hat der Unfall vom ... zu einer vorübergehenden oder zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren geführt?

 

Falls es zu einer vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung kam, ab welchem Zeitpunkt war der Status quo ante (temporäre Verschlimmerung eines Vorzustandes) oder der Status quo sine (schicksalsmässiger Verlauf eines krankhaften Vorzustandes) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder erreicht?

 

Wenn der Status quo ante bzw. sine noch nicht erreicht sein sollte, ist mit der Erreichung dieses zu rechnen? Wenn ja, wann?

Natürliche Kausalität bei Diskushernien

Spezialfragen in Ergänzung zu den Fragen der natürlichen Kausalität:

 

War das Unfallereignis geeignet, auch eine gesunde Bandscheibe zu verletzen? 

 

Traten die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auf? 

 

Falls eine richtungsgebende Verschlimmerung vorliegt: Kann kann diese röntgenologisch ausgewiesen werden? Wenn ja, wie hebt sich diese von der altersüblichen Progression ab?

Psychische Fehlentwicklung

Liegt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine psychische Fehlverarbeitung des Unfalles vom ... vor?

 

Wenn eine psychische Fehlverarbeitung vorliegt, ab wann zeichnete sich diese ab (unmittelbar nach dem Unfall oder mit einer gewissen Latenz)? Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?

 

Steht das psychische Beschwerdebild im Verhältnis zu den weiteren Beschwerden im Vordergrund?

 

Wie entwickelte sich das im Vordergrund stehende psychische Beschwerdebild im Verhältnis zu den restlichen Beschwerden seit dem Unfall?

Arbeitsunfähigkeit

Vollpensum:

 

Wie beurteilen sie die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit im Rahmen eines Vollpensums als Folge des Unfalles vom ... in der bisherigen Tätigkeit als ...?

 

Teilpensum:

 

Wie beurteilen sie die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit im Rahmen des Teilpensums von x % (y Stunden pro Woche) als Folge des Unfalles vom ... in der bisherigen Tätigkeit als ...?

 

Schlussbegutachtung Vollzeit- oder Teilzeitpensum:

 

Wie beurteilen sie die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit im Rahmen eines Vollpensums (100 %) als Folge des Unfalles vom ….

 

a. in der bisherigen Tätigkeit als ... ?

b. in einer anderen, den Unfallfolgen ideal angepassten Tätigkeit?

c. bei einer vorwiegend stehenden Tätigkeit?

d. bei einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit?

e. bei einer wechselbelastenden Tätigkeit?

 

Ist eine Anpassung/Angewöhnung an die Unfallfolgen zu erwarten, gegebenenfalls wann und in welchem Ausmass bewirkt diese eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit? 

Heilbehandlung

Kann von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Unfallfolgen vom ... erreicht werden?

 

Wenn ja, welche, für wie lange und wie lautet Ihre Prognose hinsichtlich des weiteren Heilverlaufs und der unfallbedingten Arbeitsfähigkeit? Wir bitten Sie um ein Therapiekonzept.

 

Zusatzfragen bei voraussichtlich dauernder, voller oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit:

 

Bedarf der Versicherte zur Erhaltung seiner verbleibenden Arbeitsfähigkeit als Folge des Unfalles vom ... dauernd der ärztlichen Behandlung und Pflege? Welche und in welchem Zeitraum? Begründen sie die Antwort.

 

Kann der Gesundheitszustand des Versicherten durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden? Welche und in welchem Zeitraum? Begründen sie die Antwort.

Zumutbare Operation / Behandlung

Handelt es sich bei der vorgeschlagenen Operation um einen geringen oder erheblichen Eingriff? Wir bitten Sie, die Antwort zu begründen.

 

Würde die Operation/Behandlung durchgeführt; beurteilen Sie das Eintreffen des erwarteten Erfolges als

 

a. sicher?

b. mit hoher Wahrscheinlichkeit?

c. mit einer gewissen Wahrscheinlicheit?

 

Wir bitten Sie, die Antwort zu begründen.

 

Würde die Operation/Behandlung durchgeführt und diese wäre gut verlaufen, wie beurteilen Sie die Arbeitsfähigkeit

 

a. in der bisherigen Tätigkeit als ...?

b. in einer anderen, den Unfall-/Krankheitsfolgen ideal angepassten Tätigkeit?

 

Ab wann könnte ab dem Operations-/Behandlungsdatum mit der beurteilten Arbeitsfähigkeit gerechnet werden?

Integritätsentschädigung

Besteht als Folge des Unfalles vom ... eine dauernde, erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität?

 

Wenn ja, worin und in welchem Umfang besteht der Integritätsschaden gemäss Anhang 3 UVV und der Suva-Tabellen?

 

Eine voraussehbare Verschlimmerung ist angemessen zu berücksichtigen und ein allfälliger Anteil unfallfremder Faktoren oder eines anderen Unfalles ist separat (in Prozenten) auszuweisen.

Rentenrevision

Vorinformation: Gemäss Rechtsprechung fehlt einem Gutachten, welches die medizinischen Vorakten unzureichend berücksichtigt, die erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die Schlussfolgerungen, welche auf der Grundlage der vom Sachverständigen selber erhobenen Befundtatsachen gezogen worden sind, an sich einleuchten und vom Rechtsanwender prüfend nachvollzogen werden können.

 

Zusatzfrage:

 

Sofern sich der Gesundheitszustand seit der letzten zeitlichen Vergleichsbasis geändert hat:

 

Welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit haben sie zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt?

Vorgerücktes Alter

Wie hätten sich die gleichen Unfallfolgen bei einer Person im mittleren Alter (42 Jahre) auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt:

 

a. in der bisherigen Tätigkeit als ... ?

b. in einer anderen, den Unfallfolgen ideal angepassten Tätigkeit?

Abfindung

Sprechen Gründe dafür, dass mit einer einmaligen Entschädigung die versicherte Person wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig wird?

Unfallähnliche Körperschädigung

Liegt eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor?

 

Wenn ja, welche (Buchstabe gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG)?

 

Ist die Listenverletzung im gesamten Ursachenspektrum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen? Wir bitten Sie, die Antwort zu begründen?

CRPS, Algodystrophie, Morbus Sudeck

Lag ein Körperschaden (z. B. in Form eines Hämatoms oder einer Schwellung) nach dem Unfall vom ... vor?

 

Ist die Algodystrophie nach einer wegen einer Unfallverletzung durchgeführten Operation aufgetreten?

 

Können andere nicht traumatische, ursächliche Faktoren (wie z.B. Zustand nach Myokardinfarkt, nach Apoplexie, nach/bei Barbiturat-Einnahme, bei Tumoren, bei Schwangerschaften etc.) ausgeschlossen werden?

 

Wann trat die Algodystrophie nach dem Unfall vom ... auf?

Suizid

Psychiatrische Diagnose?

 

Litt die versicherte Person im Zeitpunkt der Tat an Geisteskrankheit, Geistesschwäche oder Verhaltensstörungen? Wir bitten Sie, die Antwort zu begründen.

 

Befand sich der Versicherte zum Zeitpunkt der Tat, unter Berücksichtigung seiner allgemeinen psychischen Verfassung und den konkreten äusseren Umständen überwiegend wahrscheinlich in einem Zustand, der es ihr nicht erlaubte, sich vernünftig zu verhalten? Wir bitten Sie, die Antwort zu begründen.

 

Liegen überzeugende Umstände vor, dass die Vermutung des Selbstverhaltungstriebes widerlegt wird? Wir bitten Sie, die Antwort zu begründen.

Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma

HWS-Dokumentationsbogen für Erstkonsultation

Verlaufsfragebogen

Rechtsprechung

Zu Gutachterfragen äussern

Urteil 8C_336/2012 (BGE 138 V 318) vom 13.08.2012 (Volltext): UVG 

 

6.1.4 ... und dass der versicherten Person vorgängige Mitwirkungsrechte in dem Sinne zustehen, dass sie sich zu den Gutachterfragen äussern kann. Die dabei zu beachtenden Modalitäten richten sich sinngemäss nach BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258.

Urteil 9C_243/2010 (BGE 137 V 210) vom 28.6.2011 (Volltext): IVG

 

3.4.2.9 Sinngemäss aus den bisher dargelegten Gründen ist der versicherten Person - unter Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung (BGE 133 V 446; oben E. 3.4.1.5) - ein Anspruch einzuräumen, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern (in diesem Sinne Leuzinger-Naef, a.a.O., S. 432 f.; im Hinblick auf die Weiterverwendung der Expertise im Beschwerdeverfahren vgl. Urteil des EGMR Mantovanelli gegen Frankreich, Recueil CourEDH 1997-II, § 32; Frowein/Peukert, EMRK-Kommentar, 3. Aufl. 2009, Art. 6 N 179).

 

Mithin werden die IV-Stellen der versicherten Person künftig zusammen mit der verfügungsmässigen Anordnung der Begutachtung den vorgesehenen Katalog der Expertenfragen zur Stellungnahme unterbreiten. Führt die damit eröffnete Mitwirkungsmöglichkeit der betroffenen Person zu einer einzelfalladäquaten Fragestellung, so trägt dies im Übrigen zur gutachtlichen Qualität wesentlich bei (vgl. dazu Jörg Jeger, Gute Frage - schlechte Frage: Der Einfluss der Fragestellung auf das Gutachten, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2009, St. Gallen 2010, S. 171 ff.).

Erläuterungsfragen, Ergänzungsfragen, Zusatzfragen

Urteil 8C_112/2019 vom 30.04.2019 E. 4.1 (Volltext): UVG

 

Hält der Versicherungsträger bei Vorliegen eines externen Gutachtens Erläuterungs- oder Ergänzungsfragen für notwendig, so ist er berechtigt, der Gutachtensperson solche zu stellen; diesfalls hat er der versicherten Person aber ebenfalls die Gelegenheit zu bieten, Ergänzungsfragen an die Experten zu richten (vgl. BGE 136 V 113).  

Urteil 9C_614/2015 vom 21.06.2016 E. 5.5 (Volltext): Qualität der Fragen der versicherten Person (IVG)

 

Gestützt auf BGE 137 V 210 kann aus dem Recht zur Stellung von Zusatz- und Ergänzungsfragen der versicherten Person nicht abgeleitet werden, der Versicherungsträger oder das Gericht hätten allfällige Fragen der versicherten Person unbesehen ihrer Quantität und Qualität den Gutachtern zur Beantwortung vorzulegen. Vielmehr können sich Verwaltung oder Gericht auf die Weiterleitung der für den Einzelfall erheblichen Fragen beschränken bzw. von der Weiterleitung absehen, wenn davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.

BGE 141 V 330 vom 04.05.2015 (Volltext): IVG

 

Die IV-Stelle hat über die Zulassung bzw. Ablehnung von an die medizinische Gutachterstelle gerichteten Zusatzfragen der versicherten Person mittels Verfügung zu befinden (E. 2-4).

 

Will die versicherte Person dagegen Beschwerde erheben, hat sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil nachzuweisen (E. 5-8).