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Invalidenleistungen > Höhe der Rente

Gesetzliche Bestimmungen

Berechnung der ganzen Invalidenrente

Art. 24 BVG (Art. 6 BVG: Mindestvorschriften / Art. 49 Abs. 2 Ziff. 3a BVG: Weitergehende Vorsorge)  

 

1 Per 31.12.2021 aufgehoben.

 

2 Die Invalidenrente wird nach dem gleichen Umwandlungssatz berechnet wie die Altersrente im 65. Altersjahr (Rentenalter 64 für Frauen). Für die Versicherten der Übergangsgeneration gilt der vom Bundesrat nach Buchstabe b der Übergangsbestimmungen der 1. BVG-Revision vom 3. Oktober 2003 festgelegte Umwandlungssatz.

 

3 Das der Berechnung zu Grunde liegende Altersguthaben besteht aus:

  1. dem Altersguthaben, das der Versicherte bis zum Beginn des Anspruches auf die Invalidenrente erworben hat;
  2. der Summe der Altersgutschriften für die bis zum ordentlichen Rentenalter fehlenden Jahre, ohne Zinsen.

4 Diese Altersgutschriften werden auf dem koordinierten Lohn des Versicherten während seines letzten Versicherungsjahres in der Vorsorgeeinrichtung berechnet.

 

5 Die Invalidenrente wird angepasst, wenn bei einem Vorsorgeausgleich ein Betrag nach Artikel 124 Absatz 1 ZGB übertragen wird. Der Bundesrat regelt die Berechnung der Anpassung.

Abstufung der Invalidenrente nach Invaliditätsgrad

Art. 24a BVG (Übergangsbestimmungen)

 

1 Die Höhe des Anspruchs auf eine Invalidenrente wird in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt.

 

2 Bei einem Invaliditätsgrad im Sinne der IV von 50 - 69 Prozent entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad.

 

3 Bei einem Invaliditätsgrad im Sinne der IV ab 70 Prozent besteht Anspruch auf eine ganze Rente.

 

4 Bei einem Invaliditätsgrad im Sinne der IV von unter 50 Prozent gelten die folgenden prozentualen Anteile:

  • Invaliditätsgrad von 49 % = Prozentualer Anteil von 47.5 %
  • Invaliditätsgrad von 48 % = Prozentualer Anteil von 45.0 %
  • Invaliditätsgrad von 47 % = Prozentualer Anteil von 42.5 %
  • Invaliditätsgrad von 46 % = Prozentualer Anteil von 40.0 %
  • Invaliditätsgrad von 45 % = Prozentualer Anteil von 37.5 %
  • Invaliditätsgrad von 44 % = Prozentualer Anteil von 35.0 %
  • Invaliditätsgrad von 43 % = Prozentualer Anteil von 32.5 %
  • Invaliditätsgrad von 42 % = Prozentualer Anteil von 30.0 %
  • Invaliditätsgrad von 41 % = Prozentualer Anteil von 27.5 %
  • Invaliditätsgrad von 40 % = Prozentualer Anteil von 25.0 %

Höhe der Leistung in besonderen Fällen

Art. 34 BVG  (Art. 6 BVG: Mindestvorschriften / Art. 18 BVV 2)

 

1 Der Bundesrat regelt die Berechnung der Leistungen in besonderen Fällen, namentlich

  1. wenn das nach Artikel 24 Absatz 4 massgebende Versicherungsjahr nicht vollständig ist oder der Versicherte während dieser Zeit nicht voll erwerbsfähig war;
  2. wenn der Versicherte bei Eintritt des neuen Versicherungsfalles nach diesem Gesetz bereits eine Invalidenrente bezieht oder eine Invalidenleistung bezogen hat.

2 ...

Koordinierter Lohn für die Berechnung der Hinterlassenen- und Invalidenleistungen

Art. 18 BVV 2 (Art 24 Abs. 4 und 34 Abs. 1 Bst. a BVG)

 

1 Im Todesfall oder bei Eintritt der Invalidität entspricht der koordinierte Lohn während des letzten Versicherungsjahres dem letzten koordinierten Jahreslohn, der für die Altersgutschriften festgelegt wurde (Art. 3 Abs. 1).

 

2 Weicht die Vorsorgeeinrichtung bei der Bestimmung des koordinierten Lohnes vom Jahreslohn ab (Art. 3 Abs. 2), so muss sie auf die koordinierten Löhne während der letzten zwölf Monate abstellen. Hat der Versicherte ihr jedoch weniger lang angehört, so wird der koordinierte Jahreslohn durch Umrechnung des bis dahin angefallenen Lohnes bestimmt.

 

3 War der Versicherte während des Jahres vor dem Versicherungsfall wegen Krankheit, Unfall oder aus ähnlichen Gründen nicht voll erwerbsfähig, so wird der koordinierte Jahreslohn aufgrund des Lohnes bei voller Erwerbsfähigkeit berechnet.

Anpassung der Invalidenrente nach dem Vorsorgeausgleich

Art. 19 BVV 2 (Art 24 Abs. 5 BVG / Erläuterungen 2017)

 

1 Die Invalidenrente darf nur gekürzt werden, wenn das bis zum Beginn des Anspruchs erworbene Vorsorgeguthaben gemäss Reglement in die Berechnung der Invalidenrente einfliesst.

 

2 Sie darf höchstens um den Betrag gekürzt werden, um den sie tiefer ausfällt, wenn ihrer Berechnung ein um den übertragenen Teil der Austrittsleistung vermindertes Vorsorgeguthaben zugrunde gelegt wird. Die Kürzung darf jedoch im Verhältnis zur bisherigen Invalidenrente nicht grösser sein als der übertragene Teil der Austritts-leistung im Verhältnis zur gesamten Austrittsleistung.

 

3 Die Kürzung wird nach den reglementarischen Bestimmungen berechnet, die der Berechnung der Invalidenrente zugrunde liegen. Für die Berechnung der Kürzung massgebend ist der Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens.

Rechtsprechung

Massgebende Reglementsbestimmungen

BGE 121 V 97 vom 16.08.1995 (Volltext)

 

Massgebend bei der Festsetzung von Invalidenleistungen sind grundsätzlich die Reglementsbestimmungen, welche im Zeitpunkt der Entstehung des Leistungsanspruchs galten und nicht jene, die bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit, welche die Invalidität nach sich zog, in Kraft waren.

Übergangsbestimmungen

BGE 140 V 207 vom 12.05.2014 (Volltext)

 

Art. 24 Abs. 1 BVG; lit. f Abs. 1-3 der Bei einer Invalidenrente, die vor Inkrafttreten der 1. BVG-Revision (1. Januar 2005) zu laufen begonnen hat, bleibt grundsätzlich das alte Recht (mit vollen und halben Invalidenrenten) anwendbar (lit. f Abs. 1). Erhöht sich der Invaliditätsgrad jedoch nach Ablauf der zweijährigen Übergangsperiode (Ende Dezember 2006), gelangt nach lit. f Abs. 3 e contrario das neue Recht (mit der feineren Rentenabstufung) zur Anwendung (E. 4.2). Eine spätere Verringerung des IV-Grades bewirkt keinen Wechsel von der neuen zur altrechtlichen Regelung (E. 4.3).

BGE 135 V 319 vom 10.08.2009 (Volltext)

 

Die zwischen 1. Januar 2005 und 31. Dezember 2006 entstandenen BVG- Invalidenrenten sind auch bei unverändertem Invaliditätsgrad ab 1. Januar 2007 der neuen Rentenabstufung anzupassen (E. 3.2).