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Integritätsentschädigung

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Anspruch

Art. 24 UVG

 

1 Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung.

 

2 Die Entschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt. Der Bundesrat kann für die Entstehung des Anspruchs in Sonderfällen einen anderen Zeitpunkt bestimmen, namentlich bei Gesundheitsschädigungen durch das Einatmen von Asbestfasern.

Art. 36 UVV

 

1 Ein Integritätsschaden gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird.

 

2 Für die Bemessung der Integritätsentschädigung gelten die Richtlinien des Anhangs 3.

 

3 Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen. Bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet.

 

Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war.

 

5 Bei Berufskrankheiten, bei denen die betroffene Person an einem Mesotheliom oder anderen Tumoren mit prognostisch ähnlich kurzer Überlebenszeit leidet, entsteht der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung mit dem Ausbruch der Krankheit.

Höhe

 

Art. 25 UVG

 

1 Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft.

 

2 Der Bundesrat regelt die Bemessung der Entschädigung.

Anhang 3 UVV

1 Für die nachstehend genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes. Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammenfallen mehrerer körperlicher, geistiger und psychischer Integritätsschäden. Integritätsschäden, die gemäss nachstehender Skala 5 Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung. Der Integritätsschaden wird – mit Ausnahme der Sehhilfen – ohne Hilfsmittel beurteilt.

 

2 Völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt. Bei teilweisem Verlust und bei teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer; die Entschädigung entfällt jedoch ganz, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe.

Skala der Integritätsentschädigung Prozent
    
Verlust von mindestens zwei Gliedern eines Langfingers oder eines Gliedes des Daumens 05
Verlust des Daumens 20
Verlust einer Hand 40
Verlust eines Arms im Ellbogen oberhalb desselben 50
Verlust einer Grosszehe 05
Verlust eines Fusses 30
Verlust einer Niere 20
Verlust der Milz 10
Verlust der Geschlechtsorgane oder der Fortpflanzungsfähigkeit 40
Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinnes 15
Verlust des Gehörs auf einem Ohr 15
Verlust des Sehvermögens auf einer Seite 30
Vollständige Taubheit 85
Vollständige Blindheit 100
Habituelle Schulterluxation 10
Verlust eines Beines im Kniegelenk 40
Verlust eines Beines oberhalb des Kniegelenks 50
Verlust eienr Ohrmuschel 10
Verlust der Nase 30
Skalpierung 30
Sehr schwere Entstellung im Gesicht 50
Schwere Beeinträchtigung der Kaufähigkeit 25
Sehr starke schmerzhafte Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule 50
Paraplegie 90
Tetraplegie 100
Sehr schwere Beeinträchtigung der Lungenfunktion 80
Sehr schwere Beeinträchtigung der Nierenfuntion 80
Beeinträchtigung von psychischen Teilfunktionen wie Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit 20
Posttraumatische Epilepsie mit Anfällen oder in Dauermedikation ohne Anfälle 30
Sehr schwere organische Sprachstörungen, sehr schweres motorisches oder psychoorganisches Syndrom 80

Suva-Tabellen zur Integritätsentschädigung

Urteil 8C_121/2018 vom 14.06.2018 (Volltext): Bedeutung der Tabellen

 

4.3.2. Die 22 Suva-Tabellen zur 'Integritätsentschädigung gemäss UVG' enthalten Richtwerte (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32), die für das Gericht nicht verbindlich sind (BGE 116 V 156 E. 3a S. 157). Dementsprechend richtet sich die Integritätsentschädigung - nur, aber immerhin - im Regelfall nach dem angegebenen Prozentsatz (Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV). ...

01 / 2000: Funktionsstörungen obere Extremitäten

 

02 / 2000: Funktionsstörungen untere Extremitäten

 

03 / 2000: Einfacher oder kombinierter Finger-, Hand- und Armverlust

 

04 / 2002: Einfacher oder kombinierter Zehen, Fuss- und Beinverlust

 

05 / 2011: Arthrosen

 

06 / 2001: Gelenksinstabilitäten

 

07 / 2001: Wirbelsäulenaffektionen

 

08 / 2002: Psychische Folgen von Hirnverletzungen

 

09 / 2001: Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten an inneren Organen

 

10 / 1990: Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten an den Atmungsorganen

 

11 / 1998: Augenverletzungen

 

12 / 2000: Schädigung des Gehörs

 

13 / 2000: Tinnitus

 

14 / 2002: Störungen des Gleichgewichtsfunktionssystems

 

15 / 2001: Unfallbedingte Zahnschäden

 

16 / 2002: Postthrombotischem Syndrom

 

17 / 1993: Ausfälle und Funktionsstörungen der Hirnnerven

 

18 / 2003: Schädigung der Haut

 

19 / 2004: Psychische Folgen von Unfällen

 

21 / 2006: Rückenmarksverletzungen  

 

22 / 2003: Verlust der Geschlechtsorgane oder der Fortpflanzungsfähigkeit