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Sachschaden

Gesetzliche Bestimmung

Sachschaden

Art. 12 UVG

 

Der Versicherte hat Anspruch auf Deckung der durch den Unfall verursachten Schäden an Sachen, die einen Körperteil oder eine Körperfunktion ersetzen.

 

Für Brillen, Hörapparate und Zahnprothesen besteht ein Ersatzanspruch nur, wenn eine behandlungsbedürftige Körperschädigung vorliegt.

Rechtsprechung in chronologischer Reihenfolge

Bruch einer Prothese

BGE 142 V 219 vom 08.03.2016 (Volltext): Unfallbegriff und UKS nicht erfüllt

 

Der Bruch einer Prothese stellt keinen Unfall im Rechtssinn dar, denn der Vorgang beschränkte sich auf ein Geschehen im Körperinnern und war überdies nicht ungewöhnlich (E. 4.3.2). Auch handelt es sich nicht um eine unfallähnliche Körperschädigung (E. 5.3).  

Nicht eingesetzte Zahnprothese; befand sich der Hosentasche

Urteil 8C_818/2007 vom 06.08.2008 E. 3.1 und 4.1 (Volltext): Keine Leistungspflicht

 

Die Unfallversicherung hat zudem nur für jene Sachschäden aufzukommen, die an Sachen im Sinne von Art. 12 UVG entstehen, die im Zeitpunkt des Unfalles tatsächlich eingesetzt waren bzw. getragen wurden. 

 

Bezüglich der Zahnprothese hat die Vorinstanz für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich festgestellt, dass der Versicherte sie im Zeitpunkt des Überfalles nicht eingesetzt hatte, sondern sie in der Hosentasche bei sich trug.

Praxis

Sachen, die einen Körperteil oder eine Körperfunktion ersetzen

Beispiele 

  • Bein-, Arm- oder Handprothese
  • Weibliche Brustprothese
  • Künstliches Auge

Kleidungs- und Schmuckstücke

Im Interesse einer rechtgleichen Praxis schlägt Koordination Schweiz vor:

 

Schäden an Kleidern, Schuhen, Ringen oder anderen Schmuckstücken stellen keine Sachschäden im Sinne von Art. 12 UVG dar. Wenn diese aber zum Zweck der Einleitung einer medizinischen Behandlung aufgeschnitten bzw. aufgetrennt werden müssen, können Beiträge bis max. Fr. 500.00 vergütet werden.

 

(Aufgehobene UVG-Ad-Hoc-Empfehlung 08/84) 

Brillen, Hörapparate und Zahnprothesen

Im Interesse einer rechtgleichen Praxis schlägt Koordination Schweiz vor:

 

Brillen: 

  • Beiträge bis max. Fr. 300.00 können ohne  Abklärungen bezahlt werden.
  • Bei Korrekturgläsern wird der Ersatz gleichwertiger Gläser übernommen.
  • Allenfalls notwendige Anpassungen bzw. Visusbestimmungen können ebenfalls vergütet werden.
  • Ist eine Reparatur möglich, die versicherte Person bevorzugt jedoch eine neue Brille, bilden die Reparaturkosten die Leistungsgrenze.

Kontaktlinsen sind den Brillen gleichgestellt.

 

Motorrad-, Taucher- und nicht korrigierte Sonnenbrillen sind nicht gedeckt.

 

Die Schädigung eines festsitzenden Zahnersatzes stellt eine Körperschädigung (d.h. erfüllter Unfallbegriff als Leistungsvoraussetzung) und keinen Sachschaden dar.

 

(Aufgehobene UVG-Ad-Hoc-Empfehlung 16/85)

Behandlungsbedürftige Körperschädigung bei Brillen, Hörapparate und Zahnprothesen

UVG Ad-Hoc-Empfehlung Nr. 09/84: Brillen, Hörapparate und Zahnprotesen

 

Es spielt keine Rolle, welcher Körperteil verletzt wurde. Die Körperschädigung gilt als Behandlungsbedürftig (Art. 12 Satz 2 UVG), wenn ein Arzt oder ein Samariter bemüht werden muss oder dessen Beizug von der Verletzung her zumindest angezeigt gewesen wäre.