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Versicherter Verdienst im Allgemeinen > Freiwillig versicherte Personen

Gesetzliche Bestimmung

Grundlage für die Bemessung der Prämien und Geldleistungen

Art. 138 UVV 

 

Die Prämien und Geldleistungen werden im Rahmen von Artikel 22 Absatz 1 nach dem versicherten Verdienst bemessen, der bei Vertragsabschluss vereinbart wird und jeweils auf Beginn eines Kalenderjahres angepasst werden kann. Dieser Verdienst darf bei Selbstständigerwerbenden nicht weniger als 45 Prozent und bei Familiengliedern nicht weniger als 30 Prozent des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes betragen.  

Praxis und Rechtsprechung

Minimalwerte ab 01.01.2016

Selbstständigerwerbende: 45 % = Fr. 66'690.00

Mitarbeitende Familienmitglieder: 30 % = Fr. 44'460.00

Kürzung der Geldleistungen

UVG Ad-Hoc-Empfehlung 03/97 (Volltext)

 

Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat entschieden, dass sich die Festsetzung des versicherten Verdienstes grundsätzlich nach den effektiven Einkommensverhältnissen zu richten hat (EVGE vom 14.09.1993 / RKUV 1994 U 183 S. 49).

 

Liegt eine Überentschädigung vor, werden die Geldleistungen gemäss Art. 69 ATSG gekürzt. Dies erfolgt in der Praxis durch eine Kürzung des versicherten Verdienstes. Das Missverhältnis zwischen den effektivem Einkommensverhältnissen und dem vereinbarten, versicherten Verdienst muss bis zum Unfall mindestens 5 Jahre andauern und durchschnittlich mindestens 30 % betragen: Sind beide Kriterien erfüllt, ist ab dem Beurteilunsgzeitpunkt für künftige Leistungen eine Kürzung möglich.

 

Der versicherte Verdienst darf bei Selbständigerwerbenden nicht weniger als 45 Prozent und bei Familiengliedern nicht weniger als 30 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes betragen (Art. 138 UVV). Eine Kürzung unter diese Grenzen ist bei Versicherungsbetrug jedoch möglich; das Gleiche gilt auch, wenn gar keine Tätigkeit ausgeübt wird (EVG vom 18.4.2006 - U 105/04).

Versicherungsabschluss ohne Aussage über realisierte Einkünfte

Urteil 8C_797/2014 vom 18.02.2015 E. 3 (Volltext)

 

Allein der Abschluss einer Versicherung besagt noch nicht, dass erwartete Einkünfte auch tatsächlich realisiert worden sind. 

Berechnungsbeispiele

Maria Meier

  • Seit 6 Jahren freiwillig versicherte Person
  • Versicherte Lohnsumme: Fr. 90'000.00
  • Bei der AHV angerechnete Lohnsumme: Fr. 45'000.00

Unfall am 5. Mai

 

Lösung: Der versicherter Verdienst beträgt Fr. 66'690.00 (Minimalwert).

 

Begründung:

 

Das Missverhältnis zwischen versicherter Lohnsumme und AHV-Lohn dauert schon länger als 5 Jahre und beträgt mehr als 30 %.  

Franz Kron

  • Seit 3 Jahren freiwillig versicherte Person
  • Versicherte Lohnsumme: Fr. 90'000.00
  • Bei der AHV angerechnete Lohnsumme: Fr. 45'000.00

Unfall am 5. Mai

 

Lösung: Der versicherter Verdienst beträgt Fr. 90'000.00.

 

Begründung:

 

Das Missverhältnis zwischen versicherter Lohnsumme und AHV-Lohn dauert erst  3 Jahre.