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Versicherter Verdienst im Allgemeinen > Grundsatz

Versicherter Verdienst

Art. 15 UVG

 

1 Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen.

 

2 Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn.

 

3 Bei der Festsetzung des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes nach Artikel 18 ATSG bezeichnet der Bundesrat die dazu gehörenden Nebenbezüge und Ersatzeinkünfte. Dabei sorgt er dafür, dass in der Regel mindestens 92 Prozent, aber nicht mehr als 96 Prozent der versicherten Arbeitnehmer zum vollen Verdienst versichert sind. Er erlässt Bestimmungen über den versicherten Verdienst in Sonderfällen, namentlich bei:

 

a. langdauernder Taggeldberechtigung;

 

b. Berufskrankheiten;

 

c. Versicherten, die nicht oder noch nicht den berufsüblichen Lohn erhalten;

 

d. Versicherten, die unregelmässig beschäftigt sind.

Tatsächliche Lohnbezüge

Urteil 8C_538/2019 vom 24.01.2020 E. 3.1 (Volltext)

 

Soweit eine Beschäftigung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen.

 

Sodann ist bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes gemäss BGE 128 V 189 E. 3a/aa S. 190 grundsätzlich von den tatsächlichen Lohnbezügen auszugehen. Von dieser Regelung im Einzelfall abzuweichen, rechtfertigt sich nur dort, wo ein Missbrauch im Sinne der Vereinbarung fiktiver Löhne, welche in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung gelangt sind, praktisch ausgeschlossen werden kann.

 

(Ausnahme: Berufs- und ortsüblicher Lohn gemäss Art. 22 Abs. 2 UVV)