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Versicherter Verdienst für die Rente > Neuer Unfall eines UVG-Rentners

Neuer Unfall eines UVG-Rentners

Art. 24 Abs. 4 UVV

 

Erleidet der Bezüger einer Invalidenrente einen weiteren versicherten Unfall, der zu einer höheren Invalidität führt, so ist für die neue Rente aus beiden Unfällen der Lohn massgebend, den der Versicherte im Jahre vor dem letzten Unfall bezogen hätte, wenn früher kein versicherter Unfall eingetreten wäre. Ist dieser Lohn kleiner als der vor dem ersten versicherten Unfall bezogene Lohn, so ist der höhere Lohn massgebend.

Grundsatz

Urteil 8C_545/2012 (BGE 139 V 28) vom 25.01.2013 (Volltext)

 

Mit Art. 24 Abs. 4 UVV hat der Bundesrat in Durchbrechung der Grundregel und des damit eng in Zusammenhang stehenden Äquivalenzprinzips gestützt auf das in der sozialen Unfallversicherung ebenfalls geltende Solidaritätsprinzip einen besonderen Revisionstatbestand geschaffen, weshalb der versicherte Jahresverdienst im Rahmen der Neubeurteilung der Invalidenrente ohne Bindung an die Qualifikation bei der ersten Rentenverfügung festzulegen ist (E. 4.3.3 in Verbindung mit E. 4.3.1 und 4.3.2) und über die Nominallohnentwicklung hinaus, anders als im Anwendungsbereich von Art. 24 Abs. 2 UVV, analog zur Neubestimmung des Valideneinkommens an eine mutmasslich durchlaufene berufliche Weiterentwicklung mit entsprechenden Einkommens-steigerungen angepasst werden kann (E. 4.3.4); zu berücksichtigen sind daher auch Kinderzulagen, auf die in der Zeit zwischen erstem und letztem Unfallereignis ein Anspruch entstanden ist (E. 4.3.5).

Nur für bestehende UVG-Invalidenrenten bestimmt

Gemäss Urteil 8C_342/2008 vom 14.5.2009 bezieht sich Art. 24 Abs. 4 UVV auf Fälle, in welchen die Person, die einen Unfall oder eine Berufskrankheit erleidet, bereits eine UVG-Invalidenrente bezieht; nicht gemeint ist eine Rente der 1. Säule (IVG).

Verhältnis zu Art. 24 Abs. 2 UVV: Rentenbeginn nach mehr als 5 Jahre seit dem Unfall

Verhältnis von Art. 24 Abs. 4 zu Art. 24 Abs. 2 UVV: Der versicherte Verdienst bestimmt sich bei der erstmaligen Rentenfestsetzung nach mehreren invalidisierenden Unfällen nach einem Rentenbeginn später als fünf Jahre nach dem ersten Unfall nach Art. 24 Abs. 2 und nicht nach Abs. 4 UVV.